Forscher untersuchten u.a. Gewalt zwischen christlichen Bauern und muslimischen Hirten in Nigeria
Berlin, 02.06.2026 (KAP/KNA) Der Klimawandel verschärft nach den Erkenntnissen einer neuen Studie bestehende religiöse Konflikte in Afrika. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) hervor. Demnach kommt es durch vom Klimawandel ausgelöste Dürren zu mehr Gewalt zwischen christlichen Bauern und muslimischen Hirten in Nigeria.
Dabei zeigt sich, dass Trockenperioden nicht automatisch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen um Land und knappe Ressourcen werden. Gewalt werde nur in den Gegenden deutlich wahrscheinlicher, in denen muslimische Hirten auf eine überwiegend christliche Bevölkerung träfen. Die Forscher werteten für ihre Studie Daten von 1997 bis 2020 für rund 300 Gebiete in Nigeria aus. Außerdem führten die Autoren eine eigene Umfrage im Bundesstaat Kaduna in Zentralnigeria durch.
Demnach liefert die Analyse Belege dafür, dass das Auftreten von Dürren die Wahrscheinlichkeit von Konflikten zwischen Viehzüchtern in den Teilen des Landes, in denen muslimische Hirten einer überwiegend muslimischen sesshaften Bevölkerung gegenüberstehen, nicht erhöht.
Wo hingegen das Potenzial für interreligiöse Spannungen bestehe - das heißt in überwiegend christlichen Teilen Nigerias - komme es unabhängig vom Klimawandel zu mehr gewalttätigen Konflikten. Dürren verstärkten diese Gewalt "erheblich", wie es hieß. "Die negative Wechselwirkung zwischen Dürren und religiösen Spannungen schafft besonders günstige Bedingungen für das Entstehen von Konflikten", so die Forscher.
Sie machten deutlich, dass sich die Zunahme von bestehenden religiösen Konflikten durch den Klimawandel auch auf andere Regionen wie zum Beispiel die Sahelzone übertragen lasse. Es brauche daher besseres Wasser- und Landmanagement, alternative Einkommensquellen, Frühwarnsysteme sowie Programme zur Vertrauensbildung und Konfliktvermittlung in religiös gemischten Regionen. "So kann vermieden werden, dass ökologische Krisen in Gewalt umschlagen", hieß es.