Papst ernennt erstmals Kommunikationschefin für den Vatikan
02.06.202612:41
(zuletzt bearbeitet am 02.06.2026 um 15:55 Uhr)
Vatikan/Kirche/Medien/Personalien/Kurie
Maria Montserrat Alvarado wird neue Präfektin des vatikanischen Dikasteriums für Kommunikation - Zweite Frau an Spitze einer Vatikanbehörde
Vatikanstadt, 02.06.2026 (KAP) Der Vatikan bekommt erstmals eine Kommunikationschefin. Papst Leo XIV. ernannte am Dienstag die Mexikanerin Maria Montserrat Alvarado zur Präfektin des Dikasteriums für die Kommunikation. Am 1. November folgt die bisherige Präsidentin von "EWTN News" auf Paolo Ruffini (69), der das Amt seit 2018 innehatte.
Ruffini war der erste Laie, also Nicht-Geistliche, der an die Spitze einer Vatikanbehörde berufen wurde. Alvarado ist nun die erste Laiin und zweite Frau, die ein vatikanisches Dikasterium leitet. Die italienische Ordensschwester Simona Brambilla wurde Anfang 2025 von Papst Franziskus (2013-2025) zur Präfektin des Dikasteriums für die weltweiten Ordensangelegenheiten ernannt.
Im Dikasterium für Kommunikation sind neben der Presseabteilung die Marken Vatican News, Radio Vaticana und Osservatore Romano angesiedelt. Über sie verbreitet werden Texte, Fotos, Videos, Podcasts und Streams über den Papst, den Vatikan und die katholische Weltkirche.
"Jesus der Welt kommunizieren"
"Auch wenn diese Ernennung unerwartet kommt, nehme ich sie mit dem ehrlichen Wunsch an, dem Heiligen Vater am Beginn seines Pontifikates zu dienen", erklärte die designierte Kommunikations-Präfektin Alvarado in einer Stellungnahme am Dienstag. Sie sei Paolo Ruffini für seine Leitung in den vergangenen Jahren dankbar und könne es kaum erwarten, "die wichtige Arbeit der Stärkung des Dikasteriums in einem Geist der Freundschaft und Hoffnung weiter zu führen, damit es weiterhin der Kirche in Rom und überall zu Dienst dabei sein kann, Jesus der Welt zu kommunizieren".
Alvarado wurde in Mexiko-Stadt geboren und ist seit rund zwei Jahrzehnten US-Staatsbürgerin. Von 2009 bis 2023 hatte die studierte Politologin Führungspositionen beim in Washington ansässigen "Becket Fund for Religious Liberty" inne, wo sie sich für Religionsfreiheit und die Förderung der Menschenwürde einsetzte.
Bei EWTN (Eternal Word Television Network) moderierte Alvarado zunächst ein Nachrichtenmagazin, seit 2023 leitete sie den Nachrichtenbereich von EWTN, das sich selbst als weltgrößten religiösen Sender bezeichnet. Finanziert wird das Netzwerk vor allem durch Spenden. Zur EWTN-Gruppe gehören außer zahlreichen Fernseh- und Radiosendern auch die mehrsprachige Nachrichtenagentur CNA und die Zeitung "National Catholic Register".
Zwischen Vertretern des 1981 von der Klarissin "Mutter Angelica" Rizzo (1923-2016) gegründeten konservativen Medienkonsortiums und Papst Franziskus (2013-2025) hatte es wiederholt Konflikte gegeben. EWTN ließ oft Kritiker des damaligen Papstes zu Wort kommen. Im Jahr 2021 warf Papst Franziskus bei einem Treffen mit Jesuiten in der Slowakei einem "großen katholischen Sender" - gemeint war offenbar EWTN - vor, üble Nachrede über ihn zu verbreiten.