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Bischof António Juliasse
Bild Copyright: © Kirche in Not

Bischof in Krisenregion in Mosambik warnt vor Dschihadisten

03.06.2026 11:56
Mosambik/Terrorismus/Konflikte/Kirche/Hilfsorganisation
Diözesanbischof Juliasse aus Pemba: Dschihadisten wollen Kalifat nach IS-Vorbild im Norden des Landes errichten - Gewalt und Hassrede in Provinz Cabo Delgado wirken sich zusehends negativ auf Zusammleben von Christen und Muslimen aus
Wien/Pemba, 03.06.2026 (KAP) Dschihadisten in der nördlichen Provinz Cabo Delgado in Mosambik versuchen nach Einschätzung des katholischen Ortsbischofs António Juliasse ein Kalifat nach dem Vorbild des Islamischen Staates zu errichten. "Die Anzeichen sind alle da: Sie sprechen offen von einem Kalifat. Wenn sie auf Menschen treffen, wenn sie sie entführen, sagen sie genau das: dass sie für ein Kalifat arbeiten", berichtete der Diözesanbischof von Pemba laut "Kirche in Not" (Mittwoch) in einer an das internationale katholische Hilfswerk gesendeten Nachricht.

Das Ausmaß der Dschihadisten-Gewalt und die damit einhergehende Hassrede und antichristliche Rhetorik wirkten sich zunehmend auf die Bevölkerung aus, zeigte sich Juliasse besorgt. "Lange Zeit war die Religion einer der Aspekte, die das Zusammenleben erleichterten. Jetzt aber wird sie zu einem Hindernis, sie beginnt zu spalten", warnte der Bischof. Früher hätten Christen und Muslime in den Dörfern von Cabo Delgado etwa auch wechselseitig an Beerdigungen von Angehörigen der jeweils anderen Religion teilgenommen "Jetzt wird dies in Frage gestellt - und das liegt nicht an den Christen", so Juliasse. Der Umstand müsse die Regierung und die gesamte Gesellschaft beunruhigen, "bevor es zu spät ist".

Provinz seit Jahren heftig umkämpft

Der Norden von Mosambik ist seit 2017 heftig umkämpft. Islamistische Gruppierungen versuchen, die Region unter Kontrolle zu bringen; vor der Küste der Provinz Cabo Delgado gibt es reiche Erdölvorkommen. Lokalen Schätzungen zufolge sind bereits mehr als 6.000 Menschen getötet und über eine Million vertrieben worden.

Die Milizen hätten zunächst vor allem Militär- und Regierungsgebäude angegriffen, würden jedoch zunehmend eine antichristliche Haltung einnehmen, so "Kirche in Not". Mehr als 300 Katholiken seien bereits ermordet und mindestens 117 Kirchengebäude zerstört worden. Zuletzt hätten Angreifer etwa Ende April in Meza die Kirche, das Pfarrbüro sowie weitere Gebäude des kirchlichen Geländes in Brand gesetzt und mehrere Menschen verschleppt.

Bischof fordert Weg des Dialogs statt militärischer Option

Über die Lage zu schweigen "mag ein Zeichen der Vorsicht sein", könne aber auch als "Desinteresse" am Leid der Menschen in Cabo Delgado gedeutet werden, erklärte Bischof Juliasse erklärte gegenüber dem Hilfswerk. Mosambik als Nation müsse die Diskussion darüber führen, was getan werden kann, zeigte er sich überzeugt. Die Kirche habe zugleich deutlich gemacht, dass militärische Gewalt nicht die einzige Lösung sein könne.

"Kürzlich haben wir eine Hirtenbotschaft veröffentlicht, in der wir gegen die Lage in Cabo Delgado protestieren, aber auch auf alternative Wege hinweisen", berichtete Juliasse. "Ich glaube nicht, dass die militärische Option die einzige Lösung ist. Wir müssen andere Wege finden, darunter einen, den Mosambik bereits kennt: den Weg des Dialogs. Die Menschen in Mosambik müssen miteinander sprechen, damit dieser Krieg enden kann."

Dies habe besondere Bedeutung für eine Zukunft des Zusammenlebens, da "viele von denen, die in den Wäldern kämpfen, aus Mosambik stammen; sie sind Söhne dieses Landes, sie sind Teil davon", so der Bischof: "Es mag einige Ausländer geben, aber wir müssen den Dialog suchen und den Mut haben, uns dem zu stellen."
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