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Ganz oben auf der Totenrotel des Stifts Admont abgebildet: „Sanctus Blasius“, der Heilige Blasius, das Stiftswappen und das Wappen des Abtes Andreas Stettheimer.
Kultur
Bild Copyright: © ÖOK/rs

Kirchen-Archive öffnen ihre Pforten

03.06.2026 11:37
(zuletzt bearbeitet am 03.06.2026 um 12:35 Uhr)
Österreich/Kultur/Literatur/Bibliothek/Kunst/Kirche/Religion/Orden
Salzburger Tage der Archive von 8. bis 12. Juni im Zeichen der Kunst - Video-Einblicke in zwei Ordensarchive
Wien/Salzburg, 03.06.2026 (KAP) Archive bewahren nicht nur jahrhundertealte Dokumente, sondern ermöglichen künftigen Generationen einen Blick in die Vergangenheit: Rund um den internationalen Tag der Archive am 9. Juni werden auch kirchliche Archive der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Unter dem Motto "kunst*voll - 18 Archive zeigen, was in ihnen steckt" finden etwa in Salzburg von 8. bis 12. Juni die Tage der Archive statt; es beteiligen sich die Erzdiözese Salzburg sowie die Salzburger Franziskaner und die Erzabtei St. Peter. Die Österreichische Ordenskonferenz präsentiert zudem Videos, in denen die Besonderheiten zweier Ordensarchive - jene der Vorauer Marienschwestern und des Benediktinerstifts Admont - vorgestellt werden.

"Salzburg ist da wirklich ein Aushängeschild", betont Thomas Mitterecker, Archivleiter der Erzdiözese Salzburg: "In den Archiven schlummern zahlreiche Schätze aus Kunst, Kultur und Wissenschaft der letzten Jahrhunderte." So lädt am 12. Juni das Archiv der Erzdiözese Salzburg von 12 bis 18 Uhr zur Veranstaltung "Kunst*volles aus dem AES". Interessierte erhalten etwa bei Führungen, Workshops und einer Präsentation zum Thema "Siegeln wie die Erzbischöfe" Einblicke in Archivarbeit und historische Quellen. Weiters wird eine genealogische Beratung angeboten (Anmeldung: archiv@eds.at).

Das Archiv der Erzabtei St. Peter widmet sich am 9. Juni unter "kunst*voll schreiben" der Faszination schöner Schriften - von mittelalterlicher Buchschrift bis zur barocken Kursive - und zeigt kalligrafische Erzeugnisse. Die Termine finden von 14 bis 15 Uhr sowie von 16 bis 17 Uhr statt. Am 10. Juni bietet die Bibliothek der Erzabtei St. Peter mit der Veranstaltung "Buntpapier - schon der Einband eine Zier" Einblicke in kunstvoll gestaltete Schreibkalender aus dem 17. bis 19. Jahrhundert bzw. deren farbenprächtige Einbände. Die Termine finden von 10.30 bis 11.15 Uhr sowie von 14 bis 14.45 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Am 9. Juni findet von 14 bis 15 Uhr in der Universitätsbibliothek Salzburg die Veranstaltung "Meisterwerke & Mönchsküche" statt, bei der bedeutende Schätze der Buchkunst und Grafik - darunter mittelalterliche Buchmalerei, Originalzeichnungen von Veronese und Entwürfe für den Dogenpalast - entdeckt können; zudem besteht die Möglichkeit, sich aktiv an einem Citizen-Science-Projekt zu beteiligen, indem ein historisches Kochbuch der Salzburger Kapuziner transkribiert wird (Anmeldung: christoph.brandhuber@plus.ac.at).

Zwei Tage später, am 11. Juni, lädt das Franziskanerkloster zur Veranstaltung "Ars vivendi - Kunst*volle Lebenswelten im Franziskanerkloster" ein, die anlässlich des 800. Todestages von Franz von Assisi Einblicke in die franziskanische Lebenskunst gibt; die Führung findet von 14.30 bis 15.30 Uhr statt (Anmeldung: provinzsekretariat@franziskaner.at).

Ordensarchive als "lebende Archive"

Die Ordensarchive umfassen Dokumente vom achten Jahrhundert bis in die Gegenwart, wie die Originalpläne von Prandtauer, Munggenast und Fischer von Erlach, ebenso wie Briefe von Martin Luther, Maria Theresia oder Feldmarschall Radetzky. "In einer Zeit, in der Informationen schnell verloren gehen, Fakten zunehmend hinterfragt werden und digitale Daten meist nur kurz verfügbar sind, leisten Ordensarchive einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherung verlässlicher Quellen und historischer Wahrheit", betonte dazu Karin Mayer, Leiterin des Bereichs Kultur und Dokumentation der Österreichischen Ordenskonferenz.

In zwei Videos geben die Ordensarchive Einblick in das Archiv der Marienschwestern Vorau sowie das steirische Benediktinerstift Admont. Dabei präsentiert etwa Sr. Clara Maria Neubauer, die seit 2007 das Archiv und die Kulturgüter der Vorauer Marienschwestern betreut, im Video besondere Exponate, die mit der Gründerin der Schwesterngemeinschaft und des Marienkrankenhauses, Barbara Sicharter (1829-1905), in Verbindung stehen. P. Maximilian Schiefermüller, Archivar, Bibliothekar und Prior des Benediktinerstifts Admont, stellt im Video einen mittelalterlichen Kettenbrief aus dem Stiftsarchiv vor. Dabei handelt es sich um eine Totenrotel - eine schriftliche Todesbotschaft auf einer Pergamentrolle - aus dem Jahr 1447. Sie wurde von einem "Rotelboten" von Kloster zu Kloster gebracht, um Todesnachrichten zu verkünden.

Ordensarchive Österreichs

Die Arbeitsgemeinschaft der Ordensarchive Österreichs wurde 2003 ins Leben gerufen und dient der Interessenvertretung, der Unterstützung, der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch der Ordensarchive bei ihrer Tätigkeit. Die Ordensarchive Österreichs sind in der Online-Datenbank "Ordens-Wiki" erfasst. Zudem erscheinen in der Zeitschrift "Mitteilungen zu den Kulturgütern der Orden" (MiKO) des Bereichs Kultur und Dokumentation regelmäßig interessante Fachvorträge rund um das Thema (Ordens)archiv.
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