"Misereor"-Regionalreferentin Meyer: "Angst, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und fehlender sicherer Zugang für medizinisches Personal in die Region untergraben Maßnahmen in der Bekämpfung der Epidemie"
Aachen, 03.06.2026 (KAP/KNA) Kämpfe im Osten der Demokratischen Republik Kongo begünstigen laut Helfern die Ausbreitung von Ebola. "Angst, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und fehlender sicherer Zugang für medizinisches Personal in die Region untergraben Maßnahmen in der Bekämpfung der Epidemie", sagte Astrid Meyer, Kongo-Regionalreferentin des deutschen kirchlichen Hilfswerks "Misereor", am Mittwoch in Aachen.
In den Regionen, die unter kongolesischer Militärverwaltung stehen oder von der M23-Miliz kontrolliert werden, ist laut Angaben der Hilfsorganisation eine verlässliche medizinische Versorgung kaum gewährleistet. Die ohnehin defizitären staatlichen Gesundheitsstrukturen seien infolge der Krise weitgehend zusammengebrochen oder nicht präsent.
Aggressiver Erreger
Das Ebola-Virus ist ein selten auftretender und äußerst aggressiver Erreger. Die Symptome ähneln einer Malaria- oder Grippe-Infektion. Zumeist haben die Betroffenen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, leiden an Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Sterblichkeit liegt je nach Virus-Variante bei 30 bis 90 Prozent.
Zur Zahl der aktuell bestätigten Ebola-Fälle im Kongo gibt es unterschiedliche Angaben; zuletzt war von mehr als 340 die Rede. Bereits zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation mit Blick auf die Lage im Osten des riesigen afrikanischen Landes von einer "katastrophalen Kollision von Krankheit und Konflikt" gesprochen. Auch im Nachbarland Uganda meldeten die Behörden bisher 15 laborbestätigte Ebola-Infektionen.