Kurienkardinal Semeraro leitet am Samstag Feier zur Seligsprechung der 1941 und 1942 aus "Hass auf den Glauben" getöteten Salesianer
Krakau, 03.06.2026 (KAP/KNA) Neun in deutschen Konzentrationslagern ermordete polnische Ordensleute der Salesianer werden am Samstag (6. Juni) in Krakau seliggesprochen. Der Leiter der zuständigen Vatikanbehörde, Kardinal Marcello Semeraro, wird die Zeremonie im Sanktuarium des Heiligen Johannes Paul II. leiten.
Als Voraussetzung für die Seligsprechung hatte Papst Leo XIV. die Geistlichen im vergangenen Oktober als Märtyrer anerkannt. Die Salesianer waren in verschiedenen polnischen Regionen als Seelsorger und Erzieher tätig. Sie wurden Kirchenangaben zufolge im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern aus "Hass auf den Glauben" verhaftet und getötet. Pater Jan Swierc und sieben seiner Gefährten starben zwischen Juni 1941 und September 1942 in Auschwitz, Pater Franciszek Miska im Mai 1942 im KZ Dachau.
Beten für mehr Priester
Der Krakauer Erzbischof Grzegorz Rys verbindet die Seligsprechungsfeier für die "Märtyrer des Zweiten Weltkriegs" mit der Hoffnung, dass sich junge Männer für den Priesterberuf entscheiden. Bei dem Gottesdienst werde nicht nur an das heroische Opfer der Seligen erinnert, sondern auch um neue Berufungen zum Priestertum und zum Ordensleben gebetet, kündigte er in einer Videobotschaft an.
Die Seligsprechung finde im Johannes-Paul-II.-Sanktuarium statt, weil der 2014 heiliggesprochene Papst aus Polen Zeuge der Verhaftung eines Salesianers gewesen sei und seine priesterliche Berufung auch mit dessen Martyrium zusammenhänge. Der junge Karol Wojtyla, der spätere Papst Johannes Paul II., habe selbst erlebt, "was es bedeutet, wenn es in Kriegszeiten an Priestern mangelt", so Rys.
Nazis töteten 2.800 polnische Geistliche
Die deutschen Besatzer verfolgten in Polen im Zweiten Weltkrieg gezielt den katholischen Klerus. Nach Angaben der Polnischen Bischofskonferenz kamen insgesamt etwa 2.800 polnische Geistliche durch die Nationalsozialisten ums Leben, darunter sechs Bischöfe. Johannes Paul II. (1978-2005) sprach allein im Juni 1999 in Warschau 108 polnische Märtyrer selig. Etwa 40 von ihnen starben im KZ Dachau. Die neun Salesianer, die nun offiziell zur "Ehre der Altäre" erhoben werden, gehören zu einer Gruppe von 122 Polen, für die 2003 das Seligsprechungsverfahren begann.