Mehrerau: Neue Gästezimmer sollen Kloster nach außen öffnen
04.06.202613:50
Österreich/Kirche/Sanierung/Orden
Ordensbruder Korn im Interview mit "Vorarlberger Nachrichten": "Wer hier übernachtet, bekommt Einblick in einen Ort, an dem gelebt, gebetet und gearbeitet wird"
Feldkirch, 04.06.2026 (KAP) Nach der Sanierung sind im Kloster Mehrerau in Vorarlberg fünf neue Gästezimmer zu den bestehenden zwölf hinzugekommen. Ein Hotel will die Bregenzer Abtei jedoch nicht sein, wie Pater Maurus Korn erklärt, der neben wissenschaftlicher Arbeit und Führungen vor allem für die Gastmeisterei zuständig ist. Im Kloster herrsche ein Gästebetrieb. "Wer hier übernachtet, bekommt Einblick in einen Ort, an dem gelebt, gebetet und gearbeitet wird", so der jüngste Mönch unter insgesamt 19 Ordensmännern im Kloster im Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten" (Donnerstag).
Im zweiten Obergeschoss wurden die vorhandenen sieben alten Mönchszellen zu vier neuen Mönchszimmern, die alle mit eigenem Sanitärbereich ausgestattet sind, umgebaut. Ein wesentliches Anliegen in dieser Sanierungsetappe sei es gewesen, "die Schöpfung zu bewahren und mit regionalen Firmen zusammenzuarbeiten", berichtet die Zisterzienserabtei in ihrem aktuellen "Klosterblatt". So seien auch im Sinne des Denkmalschutzes immer zuerst Überlegungen angestellt worden, ob und wie Bestehendes wiederverwendet werden kann. Deshalb wurden die alten Zimmertüren restauriert, die Stuckdecken wieder instand gesetzt, Dielen- und Parkettböden aufbereitet, Bestandswände belassen und Fenster saniert.
Suche nach Ruhe
Die Nachfrage sei gut, besonders im Sommer und während der Festspielzeit, so Korn, der seit 2015 in der Mehrerau lebt. Die Gäste seien sehr unterschiedlich: "Pilger, Seminargruppen, Pfarren, Vereine, Kulturgäste, Frauen und Männer, die Ruhe suchen oder Fragen mitbringen." Oft gehe es in den Gesprächen um Politik, Gesellschaft, Geschichte, Wirtschaft - "alles, was den Menschen aktuell umtreibt", sagte der gebürtige Deutsche. Sein Anspruch an den Gästebetrieb sei einfach: "Was wir machen wollen und können, ist, es unseren Gästen so gut gehen zu lassen, dass sie sagen: Ich komme wieder."
Von September 2025 bis Mai 2026 wurde der Bereich zwischen Kirche und Osttrakt saniert. Rund zwei Millionen Euro kostete der Bauabschnitt. Für dieses Jahr stehen noch drei weitere große Projekte an, berichtete Finanz- und Verwaltungsdirektor Michael Gmeinder im "Klosterblatt": eine Orgelsanierung, eine Wegbeleuchtung im Kloster und die Adaption des alten Theatersaals im Collegium Bernardi zu einem Veranstaltungssaal, in dem dann Vorträge, Theateraufführungen, Konzerte, Agapen etc. stattfinden können.
"All diese bereits geleisteten Maßnahmen und die noch anstehenden Projekte werden wieder viel von uns abverlangen. Finanziell bleiben die Herausforderungen entsprechend hoch", bat Gmeinder um Spenden. (www.mehrerau.at/spenden)