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Maria Montserrat Alvarado
Vatikan
Bild Copyright: © Bob Roller/OSV News/KNA

Eine Frau soll die Vatikan-Medien aus der Dauerkrise führen

05.06.2026 10:06
Vatikan/Papst/Kirche/Medien/Personalien
Mit der 39-jährigen Maria Montserrat Alvarado übernimmt erstmals eine Frau die Leitung der Kommunikationsbehörde im Vatikan-Kommunikation - Reformen sind gewünscht, Widerstände gelten als sicher - Von Kathpress-Korrespondentin Severina Bartonitschek
Vatikanstadt, 05.06.2026 (KAP) "Die Vatikan-Kommunikation ist in der Krise", bemerkte kürzlich ein Mitarbeiter. Das ist keine neue Erkenntnis, denn die dafür zuständige Behörde ist eine große und teure Dauerbaustelle. Die beiden letzten Leiter bekamen sie nicht in den Griff, nun soll es erstmals eine Frau richten. Sie hat, wie der Papst, die US-Staatsbürgerschaft.

Einfach wird es für die in Mexiko-Stadt geborene Maria Montserrat Alvarado (39) nicht, wenn sie am 1. November ihr Amt antritt. Denn obwohl der Vatikan viele Angestellte aus anderen Ländern hat, sind die Italiener klar in der Überzahl. Und die lassen sich nicht gern in ihre gewohnten Abläufe und Hierarchien hineinreden. In der Kurie bilden sie eine eigene Subkultur, zu der Außenstehende kaum Zugang finden.

Auf einer tieferen Hierarchie-Ebene des Dikasteriums, in der Leitung des vatikanischen Presseamts, ist ein ähnliches Experiment vor einigen Jahren krachend gescheitert. Der US-Amerikaner Greg Burke und seine spanische Vize Paloma García Ovejero, beide Journalisten, traten nach nur zwei Jahren im Amt überraschend zurück.

Hunderte Angestellte, Millionen Kosten

Nun soll Alvarado das vatikanische Kommunikationssystem reformieren. Ihre beiden Vorgänger taten sich schwer. Der italienische Priester Dario Viganò (2015-2018) strauchelte über die pannenreiche Veröffentlichung eines Briefs des emeritierten Papstes Benedikt XVI. (2005-2013). Sein Nachfolger Paolo Ruffini, der im Oktober in den Ruhestand geht, geriet in die Kritik, weil er weiter Kunstwerke des wegen Missbrauchs beschuldigten Priesters Marko Rupnik in Vatikanmedien veröffentlichte.

Zu Alvarados künftigem Arbeitsbereich gehören, neben der Pressestelle, die traditionsreiche Tageszeitung "Osservatore Romano", die seit Jahren mit sinkenden Auflagen kämpft, Radio Vatikan und das Internetportal Vatican News mit seinen 57 Sprachgruppen. Die Abteilung verwaltet zudem Foto-, Audio-, und Videodienste, eine Druckerei, ein Fernsehzentrum und den vatikaneigenen Verlag "Libreria Editrice Vaticana".

Rund 500 Menschen arbeiten für die Behörde, in der Papst Franziskus 2015 die gesamte Vatikan-Kommunikation zentralisierte. Etwa 40 Millionen Euro jährlich kostet ihr Betrieb.

Neue vom "Werk des Teufels"?

Mit der Leitung verschiedener Sprachredaktionen hat "die Neue" bereits Erfahrung. Seit 2023 ist Alvarado Chefin des sieben Sprachen umfassenden Nachrichtenbereichs im katholischen Medienkonsortium EWTN. Dieses konservative "Eternal Word Television Network" bezeichnet sich selbst als weltgrößte katholische Medienorganisation, die weiteste Verbreitung hat sie in Nord- und in Lateinamerika.

Papst Leos XIV. Ernennung einer Frau als Kommunikationschefin überraschte weniger als ihre berufliche Herkunft. Denn zwischen EWTN-Vertretern und dem Vorgänger Franziskus (2013-2025) hatte es wiederholt Konflikte gegeben. Der Sender ließ oft Kritiker des damaligen Papstes zu Wort kommen. Im Jahr 2021 warf Franziskus bei einem Treffen mit Jesuiten in der Slowakei einem "großen katholischen Sender" - gemeint war offenbar EWTN - vor, üble Nachrede über ihn zu verbreiten, dies sei ein "Werk des Teufels".

Bei einem Treffen mit Vertretern des Netzwerks legte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Jahr 2022 noch einmal nach. Er forderte auf, die Einheit mit dem Papst zu wahren: "Die Medien - und das gilt umso mehr, wenn sie ihre katholische Identität betonen wollen - müssen sich bemühen, keinen Hass zu verbreiten, sondern vielmehr eine nicht-feindselige Kommunikation zu fördern."

Freie Hand oder kuriale Fesseln?

Nach Bekanntgabe ihrer Ernennung erklärte Alvarado, sie wolle die Stärkung der Kommunikationsabteilung "in einem Geist der Freundschaft und Hoffnung weiterführen", und sie betonte, wie es vatikanischen Gepflogenheiten entspricht, den "ehrlichen Wunsch, dem Heiligen Vater am Beginn seines Pontifikates zu dienen".

In ihrer Behörde ist Alvarado künftig für die professionelle Führung der Angestellten zuständig, die in den letzten Jahren häufig von Einschnitten betroffen waren, sowie für die Zusammenarbeit mit rund 300 ständig beim Vatikan akkreditierten Journalisten.

Offen bleibt bislang, ob sie dafür ein eigenes Team zusammenstellen kann. Ihr Handlungsspielraum für die Arbeiten an der Dauerbaustelle Kommunikation hängt weitgehend von Papst Leo XIV. ab.
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