Leo XIV. empfing Cartellverband-Mitglieder im Vatikan
Vatikanstadt, 05.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat das Engagement deutscher katholischer Studentenverbindungen in Wissenschaft und Politik gelobt. Ihre gemeinschaftlichen Aktivitäten kämen nicht nur Deutschland zugute, sondern ganz Europa, so Leo XIV. bei einer Audienz für den Cartellverband am Freitag im Vatikan. Hunderte Mitglieder nehmen an der derzeit tagenden 140. Cartellversammlung teil. Erstmals findet diese in Rom statt.
Den Audienz-Teilnehmern aus ganz Deutschland riet der Papst: "Angesichts der Herausforderungen der technologischen Revolution solltet ihr dem Studium und der Förderung unserer gemeinsamen Menschlichkeit besondere Aufmerksamkeit widmen." Sie sollten ein Geschenk für andere werden. "Genau wie die Ausübung der Vernunft erhellt auch das Licht des Glaubens die Verheißungen und Täuschungen der heutigen Zeit und fordert jeden Menschen auf, sein Bestes zu geben, um zum Aufbau einer gerechten und friedlichen Gesellschaft beizutragen."
Keine Parteifahnen-Träger
Das Kirchenoberhaupt erinnerte die Verbindungsbrüder daran, dass sie die katholischen Werte in der Gesellschaft nicht als diejenigen vertreten, die Parteifahnen tragen, sondern als Repräsentanten des Gemeinwohls der Menschheit. "In Deutschland, in Italien und in der ganzen Welt stärkt derselbe katholische Glaube unsere Zusammenarbeit, ohne Kompromisse mit aktuellen Trends einzugehen, ohne individualistische Vorlieben über die gemeinsame Tradition der Kirche zu stellen."
Er forderte Umkehr und Selbstdisziplin: "Indem wir unser Bestes geben, werden wir zu verantwortungsbewussten Verwaltern in der Gesellschaft, ohne uns von geldorientierten Karrieren verführen zu lassen." Es gelte zu erkennen, dass Kultur das Gut der Menschheit sei: "Die Wahrheit macht uns frei, während die Unwahrheit Namen und Dinge verfälscht."
Leo XIV. appellierte an die Katholiken: "Angesichts dessen, was Menschen entmenschlicht - besonders die Kleinen, Armen oder Kranken -, bitte ich euch, Zeugen des christlichen Humanismus zu sein." An der Audienz nahmen auch zahlreiche Ehefrauen, Partnerinnen und weitere Familienangehörige der Verbandsmitglieder teil.