60 Ordensleute bei Ordenstag der Diözese Feldkirch
06.06.202608:25
Österreich/Kirche/Orden/Elbs
Gottesdienst mit Bischof Elbs und Vortrag der Theologin Prof. Schlosser im Zeichen der Eucharistie
Feldkirch, 06.06.2026 (KAP) Rund 60 Ordensleute aus ganz Vorarlberg haben dieser Tage am Ordenstag im Kloster Mariastern-Gwiggen in Hohenweiler teilgenommen, wie das "Vorarlberger Kirchenblatt" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Höhepunkt war ein Gottesdienst mit Bischof Benno Elbs, zuvor hielt die Theologin Prof. Marianne Schlosser einen Vortrag zum Thema "Eucharistie".
In seiner Predigt sagte Bischof Elbs, das Ziel der Eucharistie sei es, in die Freundschaft mit Jesus hineinzuwachsen. Außerdem gebe es Früchte von jenen, die aus der Eucharistie leben. Erstens würden sie zu "Menschen des guten Wortes". Es gebe so viele Worte, die zerstören, so Elbs. Umso mehr brauche es Frauen und Männer des guten Wortes. Und zweitens würden die Ordensleute zu Menschen der Hoffnung und ihre Klöster zu Orten der Hoffnung. Sie könnten ermutigen und aufrichten, "durch ein gutes Wort oder ein Wort des Trostes, einen aufrichtigen Blick oder eine Umarmung".
Prof. Schlosser verwies in ihren Ausführungen über die Eucharistie eingangs auf das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65), das die Eucharistie als "Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens" bezeichnet, und stellte die Frage, ob das wirklich so erlebt werde. Die Corona-Zeit habe der Kirche Ernüchterung beschert: Als Eucharistiefeiern in größerem Rahmen nicht erlaubt waren, hätten manche sie bitter vermisst, andere hingegen kaum. Manche seien nach der Pandemie nicht mehr zurückgekehrt.
Dass der Eucharistie zu wenig Bedeutung beigemessen wird, sei aber keine neue Erscheinung, so Schlosser. Die Professorin erwähnte den spanischen Prediger Juan de Avila (1499-1569). Ein Mitbruder im Priesteramt hatte ihm geschrieben, er komme zur Eucharistie, feiere sie und gehe dann weg, ohne dass sich innerlich etwas getan habe. Der Prediger gab daraufhin zu bedenken: "Vielleicht essen wir das Sakrament, ohne es zu 'kauen', feiern die Messe, ohne uns mit Geist und Herz darauf einzulassen." Er habe dem Priester den Rat gegeben: "Bevor du die Messe feierst oder an ihr teilnimmst, denk an den Kreuzweg Christi und sag zu dir, dass der Herr diesen Weg für dich gegangen ist, und du ihn jetzt im Sakrament aufnehmen darfst - dann würdest du bestimmt innerlich ergriffen kommunizieren."
In der Eucharistiefeier werde jedes Mal Christi Selbsthingabe an jeden einzelnen Menschen erneuert. Wer daran dächte, würde auch nach der Messe nicht gleich hinausgehen und sich mit anderen Sachen beschäftigen, sondern noch etwas verweilen, so Schlosser.