Auch wenn Spanien ein säkularer Staat ist, weiß das Königshaus um seine historische Verbindung zur katholischen Kirche. Das spiegelt sich auch im Protokoll während des ersten Besuchs von Leo XIV.
Madrid, 06.06.2026 (KAP) Zu Beginn seiner einwöchigen Spanienreise ist Papst Leo XIV. am Samstag von König Felipe VI. und Königin Letizia mit militärischen Ehren am Madrider Flughafen empfangen worden. Letizia trug ein weißes Kleid - ein protokollarisches Privileg spanischer Königinnen.
Der König und teils auch Angehörige der königlichen Familie werden den Papst auf sämtlichen seiner Stationen begleiten. Neben dem offiziellen Empfang im Madrider Königspalast am Samstag wird das spanische Königspaar am Mittwoch in Barcelona der Einweihung des Jesus-Turms der Sagrada Família durch Leo XIV. beiwohnen. Felipe wird den Papst am kommenden Freitag auch persönlich wieder am Flughafen der Kanareninsel Teneriffa nach Rom verabschieden.
Kronprinzessin Leonor und Infantin Sofía nehmen am Sonntag an der Fronleichnams-Messe von Leo XIV. auf dem Cibeles-Platz vor dem Madrider Rathaus teil. Am Tag darauf wird Alt-Königin Sofía an der Messe in der Almudena-Kathedrale anwesend sein.
Auch wenn Spanien offiziell keine Staatsreligion kennt, sind die Verbindungen der Königsfamilie zur katholischen Kirche traditionell stark. Seit Jahrhunderten führen Spaniens Monarchen den vom Vatikan verliehenen Ehrentitel der "Katholischen Majestäten". Der Madrider Königspalast befindet sich symbolträchtig gegenüber der Almudena-Kathedrale.
Felipe VI. gilt als tiefgläubiger und praktizierender Katholik. Vor allem seine Mutter Sofía legte großen Wert auf seine religiöse Erziehung. Jahrelang diente Felipe in der Familienkapelle als Messdiener. In seinem Wohnsitz, dem Zarzuela-Palast vor den Toren Madrids, gibt es eine eigene Kapelle, in der jeden Sonntag ein Gottesdienst für die Familie gefeiert wird. Eine der ersten Reisen nach der Hochzeit 2004 führte Felipe und Letizia in den Vatikan.
Politisch wie religiös ist Felipe VI. zurückhaltend; seinen Glauben macht er selten zum öffentlichen Thema. Im Bewusstsein des säkularen Charakters seines Landes schwor er bei seiner Thronbesteigung 2014 auch nicht auf die Bibel, sondern als Staatsoberhaupt auf die spanische Verfassung.