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Neun Nazi-Opfer in Krakau seliggesprochen

06.06.2026 13:57
Polen/Geschichte/Religion/Christentum/Glaube/Kirche/Orden
Salesianer kümmerten sich im KZ Auschwitz und Dachau als Seelsorger um Mitgefangene, ehe sie ermordet wurden - Ihr Zeugnis beeinflusste Priesterberufung von Johannes Paul II.
Krakau, 06.06.2026 (KAP/KNA) Neun polnische Ordensbrüder der Salesianer, die von deutschen Nationalsozialisten 1941/42 getötet wurden, sind in Krakau seliggesprochen worden. Im Auftrag von Papst Leo XIV. leitete Kurienkardinal Marcello Semeraro die Zeremonie am Samstag im Heiligtum, das Johannes Paul II. geweiht ist. In seiner Predigt würdigte Semeraro die neun Märtyrer als Vorbilder der Treue zu Christus. Ihr Zeugnis, das sie in Zeiten des Hasses und der Gewalt abgelegt hätten, bezeichnete er als "Samenkorn des Friedens und der Brüderlichkeit" für nachfolgende Generationen.

Die Salesianer waren in verschiedenen polnischen Regionen als Seelsorger und Erzieher tätig. Sie wurden Kirchenangaben zufolge während des Zweiten Weltkriegs von den deutschen Besatzern aus "Hass auf den Glauben" verhaftet und getötet. Pater Jan Swierc und sieben seiner Gefährten starben zwischen Juni 1941 und September 1942 in Auschwitz, Pater Franciszek Miska im Mai 1942 im KZ Dachau. Sie hatten sich auch als KZ-Häftlinge als Seelsorger um andere Gefangene gekümmert.

Semeraro ist Präfekt der Vatikanbehörde für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse. Er feierte den Gottesdienst gemeinsam mit den Erzbischöfen von Krakau und München-Freising, den Kardinälen Grzegorz Rys und Reinhard Marx. Auch Polens Präsident Karol Nawrocki kam zu der Feier.

Johannes Paul II. hatte selbst in einer Krakauer Pfarrei miterlebt, wie die deutschen Besatzer Salesianer verfolgten und verhafteten. Deren Schicksal und sein salesianisches Umfeld hätten mit dazu geführt, dass seine Berufung zum Priester gereift sei, schrieb er in einem Buch. Den entsprechenden Abschnitt zitierte Semeraro bei der Seligsprechungsfeier.

Die deutschen Besatzer verfolgten in Polen im Zweiten Weltkrieg gezielt den katholischen Klerus. Nach Angaben der Polnischen Bischofskonferenz kamen insgesamt etwa 2.800 polnische Geistliche durch die Nationalsozialisten ums Leben, darunter sechs Bischöfe. Johannes Paul II. (1978-2005) sprach allein im Juni 1999 in Warschau 108 polnische Märtyrer selig. Etwa 40 von ihnen starben im KZ Dachau. Die neun Salesianer, die nun offiziell zur Ehre der Altäre erhoben werden, gehören zu einer Gruppe von 122 Polen, für die 2003 das Seligsprechungsverfahren begann.
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