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Papst Leo XIV. bei der spanischen Königsfamilie in Madrid
Papstreise
Bild Copyright: © EFE / JJ Guillen

Majestäten und Menschenmengen an Leos erstem Tag in Madrid

06.06.2026 16:38
Spanien/Religion/Papst/Diplomatie/Kirche/Gesellschaft
Es ist die vierte Auslandsreise des seit 13 Monaten amtierenden Papstes. Leo XIV. zeigte sich schon auf dem Flug in Spaniens Hauptstadt voll Vorfreude, doch Routine dürfte die Woche für ihn nicht werden - Kathpress-Korrespondentenbericht von Sabine Kleyboldt
Madrid, 06.06.2026 (KAP) "Das ist die erste Spanienreise eines Papstes seit langer Zeit, und ich freue mich sehr." Ein sichtlich gelöster Leo XIV. am Samstag im Flieger nach Madrid. Gut gelaunt erzählte er den 81 mitreisenden Medienleuten in bestem Spanisch, dass er, zuvor langjähriger Leiter des Augustinerordens, schon oft in Spanien war. Als Papst wolle er die Gläubigen stärken, die Botschaft des Evangeliums verkünden und die gesamte Gesellschaft grüßen, "denn die Kirche hat eine Botschaft für alle".

Keine triviale Aussage in dem tief gespaltenen und in Teilen inzwischen säkularisierten Land, wo die Zahl der Katholiken in den letzten 15 Jahren deutlich zurückgegangen ist. Leo indes will die Botschaft verbreiten, die er auch in seiner Enzyklika "Magnifica humanitas" bekräftigt: Spaltungen überwinden, Respekt für jeden einzelnen einfordern, und mit Blick auf Gefahren neuer Technologien die Künstliche Intelligenz "entwaffnen".

Auf dieses Lehrschreiben ging Leo XIV. auch bei seiner ersten Rede im spanischen Palast ein. Zuvor war er am Flughafen von Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und insbesondere von der Königsfamilie voll Herzlichkeit begrüßt worden.

König Felipe VI. und Königin Letizia hatten Leo im März im Vatikan besucht. Auch in Madrid trug die Monarchin ein weißes Spitzenkleid, denn als Mitglied eines "katholischen Königshauses" steht ihr das Recht zu, vor dem Papst Weiß zu tragen. Dagegen erschienen die beiden Prinzessinnen Leonor (20) und Sofia (19) in schwarzen Kleidern.

Entspannt plaudernd zwischen Zwei-Meter-Mann Felipe und seiner Gattin, ließ sich der Papst, die rote Mozzetta um die Schultern, zum Palast geleiten. Die militärische Zeremonie fiel besonders farbenfroh aus: Berittene Uniformierte standen Spalier, während die Hymnen intoniert wurden, immer wieder unterbrochen von Kanonenböllern.

Nach einem kurzen Tete-á-Tete mit den Monarchen und einem Familienfoto im Thronsaal hielten Felipe VI. und Leo XIV. Ansprachen vor Vertretern aus Politik und Gesellschaft.

Der König, der als tiefgläubig gilt, dankte der Kirche für ihr soziales Engagement für Obdachlose, Arme und Migranten - ebenfalls ein Reizthema in Spanien. Zugleich verwies er auf die Missbrauchsfälle, "die weder repräsentativ für die große kirchliche Gemeinschaft sind, noch es jemals sein können". Klarheit und Entschlossenheit des Papstes seien "unerlässlich für den Heilungsprozess und die Wiedergutmachung des angerichteten Schadens, unerlässlich für die Opfer, für die Gläubigen, für die Kirche und für die gesamte Gesellschaft".

Damit sprach er einen wunden Punkt an, der viele Spanier von der Kirche entfremdet hat. Zunächst widerwillig und gedrängt vom Staat, befindet sich die Kirche inzwischen auf dem Weg Richtung Missbrauchs-Aufarbeitung, den der Papst unterstützt. Erst am Freitagabend bestätigte der Vatikan, dass Leo XIV. Betroffene sexualisierter Gewalt treffen werde. Zuvor waren Proteste angekündigt worden.

Leo XIV. hob in seiner Rede die Volksfrömmigkeit und das kulturelle Erbe Spaniens - einschließlich der historischen Präsenz des Islams - hervor. "Schließlich legt Ihre eigene Geschichte nahe, dass eine Kultur der Begegnung, nicht der Konfrontation, Stabilität und Wohlstand fördert", schlug er einen Bogen zu seiner eigenen Friedensbotschaft. Diese werde "von jenen begrüßt, die sich nicht in vorgefassten Ideologien verschließen, sondern der Wahrheit offen gegenüberstehen".

Für seine vielschichtige Ansprache erhielt er stehende Ovationen. Der König applaudierte ebenso wie Vertreter des gesamten politischen Spektrums- bis hin zur rechtspopulistischen Vox-Partei.

Bei seiner Fahrt im offenen Papamobil säumten Tausende Madrilenen die Straßen. Wie bereits am Vormittag gab es Beifall "Papa León"-Rufe, viele skandierten "Esta es la juventud del papa" - ein Bekenntnis der Jugend zum Papst.

Mit ihnen stand abends ein eigener Programmpunkt auf der Agenda: Zur Gebetswache auf der Plaza de Lima wurden Zehntausende junge Menschen erwartet. Auf ihre Begeisterung, so berichtete Leo schon im Flieger, freue er sich besonders. Davon solle eine Botschaft für die nächsten Stationen der Reise ausgehen: Barcelona, Gran Canaria und schließlich Teneriffa.
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