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Spaniens Jugend zwischen Papst Leo und Bad Bunny

08.06.2026 15:20
Spanien/Religion/Papst/Leute/Gesellschaft/Musik/Jugendliche/Glaube
Spaniens Prinzessinnen Leonor und Sofía machen es vor: Am Morgen zur Papstmesse, am Abend abtanzen mit Rapper Bad Bunny
Madrid, 08.06.2026 (KAP/KNA) Spaniens Kronprinzessin Leonor (20) und ihre Schwester Infantin Sofía (19) hatten am Sonntagmorgen mit ihren Eltern König Felipe und Königin Letizia an der Fronleichnamsmesse von Papst Leo XIV. teilgenommen - doch am Abend tanzten und sangen sie im Metropolitano-Stadion zu den Latino-Rhythmen von Rapper-Superstar Bad Bunny.

Die Prinzessinnen sind damit ein gutes Beispiel, wie Spaniens katholische Jugend heute tickt: aktuell, im Leben stehend und trotzdem religiös. Wie für sie gilt auch für viele Jugendliche im Land: Religiös zu sein und seinen Glauben zu feiern, bedeutet nicht, anders als andere Jugendliche zu sein.

Das zeigte bereits am Samstagabend die große Feier mit dem Papst auf dem Lima-Platz vor dem Stadion von Real Madrid. 600.000 hauptsächlich junge Menschen feierten nicht nur die Jugendmesse mit Leo XIV., sondern genossen bereits Stunden vorher Konzerte bekannter katholischer Musikgruppen wie Hakuna.

Die 2013 im Umfeld des katholischen Weltjugendtags entstandene Gruppe ist ein regelrechter Hype unter den Jugendlichen; nicht nur unter religiösen. Ihre Lieder sind häufig Glaubenszeugnisse oder geistliche Reflexionen und erreichen ein Publikum, das weit über die katholische Jugendbewegung hinausgeht. Zu ihren Konzerten kommen regelmäßig Zehntausende Besucher. Ihre Hits laufen auf TikTok und Spotify viral.

Bei allen Papst-Veranstaltungen sind immer wieder Sprechchöre zu hören: "Das ist die Jugend des Papstes." Sie spiegeln eine Euphorie wider, die Leo derzeit bei seiner Spanien-Reise auslöst - auch wenn sie nicht das komplette Bild wiedergeben. Junge Menschen sind auch in Spanien jene Gruppe, die Religion am fernsten steht. Doch ein Vergleich über die jüngere Vergangenheit deutet auf einen Trendwechsel hin.

Eine jüngere Studie der Stiftung SM über Jugend und Religion verzeichnete eine zumindest zaghafte Rückkehr zum Christentum. Bezeichneten sich 2020 noch 31,6 Prozent der befragten Jugendlichen als katholisch, so waren es 2025 wieder 45 Prozent.

Der Soziologe und Autor der Studie Juan María González sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), es handele sich "eher um einen Mittelweg zwischen einer echten Rückkehr zum Glauben und einer spirituellen Suche - bei der sich jeder aus der Religion herausnimmt, was ihn mehr anspricht". Jungen Menschen lebten heute einen personalisierten und nicht mehr so institutionellen Glauben wie vielleicht noch die Generation ihrer Eltern.
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