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Papst Leo XIV. trifft in Spanien sechs Missbrauchsbetroffene

08.06.2026 18:47
Spanien/Papst/Kirche/Missbrauch
Vor Hintergrund jahrelanger Auseinandersetzungen zwischen Kirche, Politik und Justiz um die Aufarbeitung und Entschädigungszahlungen
Madrid, 08.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat am Montag in Madrid sechs Betroffene sexualisierter Gewalt durch Geistliche und andere Mitglieder der katholischen Kirche in Spanien getroffen. Bei dem fast einstündigen Gespräch in der Apostolischen Nuntiatur machte jeder der Anwesenden dem Papst Vorschläge, wie die Kirche wirksamer auf solche "tragischen Fälle" reagieren könne, wie der Vatikan anschließend mitteilte. Ebenso habe jeder von seinen eigenen "schmerzhaften Erfahrungen" berichtet.

Der Papst habe "mit Zuneigung und Aufmerksamkeit" zugehört und ihnen seine Verbundenheit und die der gesamten kirchlichen Gemeinschaft versichert, hieß es. Auch habe er bekräftigt, sich dafür einzusetzen, dass die Vorschläge als Grundlage für weitere Bemühungen dienen könnten, damit die Kirche "ein sicherer und spirituell gesunder Ort sein kann, an dem Wunden Trost und Heilung finden", so der Vatikan.

Bei in der Papstbotschaft in Spaniens Hauptstadt wurden die Betroffenen von kirchlichen Mitarbeitern begleitet, die sich für die Unterstützung von Opfern sexualisierter Gewalt einsetzen. Das Treffen war am Freitag, dem Vorabend der Abreise zum einwöchigen Aufenthalt des Papstes in Spanien, vom Vatikan ohne nähere Details angekündigt worden.

Bereits am Montagmittag hatte der Papst Spaniens Bischöfe zu einem entschlossenen Vorgehen gegen sexualisierte Gewalt von Geistlichen an Minderjährigen und Schutzbefohlenen aufgerufen. Bei einer Begegnung mit den rund 120 Mitgliedern der Bischofskonferenz nannte Leo XIV. den sexuellen Missbrauch eine "Pest", auf die die Kirche "mit Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und einem immer entschlosseneren Handeln in Sachen Prävention und einer Kultur der Fürsorge" reagieren müsse.

"Allen verletzten Personen muss ehrlich Gehör geschenkt werden, sie müssen Annahme und Schutz erfahren und ihnen müssen echte Wege der Heilung ermöglicht werden", betonte Leo.

Hintergrund der Papstworte sind jahrelange Auseinandersetzungen zwischen Kirche, Politik und Justiz um die Aufarbeitung der Verbrechen und Entschädigungszahlungen für die Betroffenen. Kirchenvertreter und Regierung hatten sich erst im Jänner auf ein provisorisches Verfahren zur finanziellen Wiedergutmachung geeinigt. Die Höhe der Summen wird dabei im Streitfall von einer unabhängigen Stelle entschieden. Neben Opfern von Geistlichen können sich auch andere Betroffene sexuellen Missbrauchs an die zuständige Kommission wenden.
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