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Deutsche Kirche trauert um früheren ZdK-Präsidenten Hans Maier

09.06.2026 13:33
Deutschland/Kirche/Leute/Tod
Ehemaliger Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und CSU-Politiker kurz vor seinem 95. Geburtstag gestorben
Bonn, 09.06.2026 (KAP/KNA) Die katholische Kirche in Deutschland trauert um Hans Maier. Der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) war am Montagabend in München gestorben, nur gut eine Woche vor seinem 95. Geburtstag. Das ZdK würdigt ihn als "Gesicht des politischen Katholizismus"; die Bischöfe gedenken eines Partners und Vermittlers.

"Mit Professor Maier verlässt uns eine katholische Stimme, die unüberhörbar war und zwar Zeit seines Lebens", so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, in einem am Dienstag veröffentlichten Nachruf. "Die politische Verantwortung des Laienkatholizismus hat er dabei ebenso deutlich zur Sprache gebracht wie die tiefe Verbundenheit mit der Kirche."

Vermittler zwischen Laien und Bischöfen

Besonders hob Wilmer dabei den vermittelnden Stil Maiers hervor, der davon geprägt gewesen sei, "Lösungen zu suchen und nicht die Konfrontation". Diesen habe er gerade in Diskussionen mit der Bischofskonferenz gepflegt und so selbst "schwierige Situationen zwischen dem Zentralkomitee und der Deutschen Bischofskonferenz in bewundernswerter Weise zu meistern gewusst".

Das ZdK erinnerte an Maier als eine "herausragende Persönlichkeit der Nachkriegsgeschichte" für die Kirche in Deutschland. Wie kaum ein anderer habe der Verstorbene "universelle Gelehrtheit mit politischer Gestaltungskraft" verbunden.

Als Präsident des höchsten katholischen Laiengremiums von 1976 bis 1988 habe er maßgeblich dazu beigetragen, "den Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Kirche in Deutschland lebendig werden zu lassen", hieß es im Nachruf weiter. "Es war seine feste Überzeugung, dass die Laien in der Kirche berufen und verpflichtet sind, in der Welt zu sprechen und zu handeln."

Verdienst in Schwangerenkonfliktberatung

Daneben würdigte das Katholikenkomitee Maier als Mitgründer des Beratungsvereins Donum vitae. Damit habe er sich maßgeblich für den Erhalt der katholischen Schwangerenkonfliktberatung eingesetzt. "Die Vielfalt der Meinungen zu balancieren, Kompromisse zu suchen und für das Richtige einzustehen - diese Kunst beherrschte Hans Maier."

Maier wäre am 18. Juni 95 Jahre alt geworden. Neben seinem kirchlichen Engagement war der gebürtige Freiburger Politikwissenschaftler auch politisch aktiv und als CSU-Politiker von 1970 bis 1986 bayerischer Kultusminister.

Persönliche Worte von Kardinal Marx

Persönliche Worte für den Verstorbenen fand der Münchner Kardinal Reinhard Marx. Er habe jede Begegnung mit Maier als Bereicherung empfunden, so der Vorsitzende der Freisinger Bischofskonferenz. Maier sei stets der Überzeugung gewesen, dass Glaube auch Verantwortung für das Gemeinwohl begründe. In diesem Geist habe er im öffentlichen Diskurs gewirkt und Brücken zwischen Kirche, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gebaut. "Mit seinem Wort und seinem persönlichen Zeugnis hat er vielen Menschen Orientierung, Ermutigung und geistliche Impulse geschenkt", sagte der Erzbischof.

Maiers Wirken in Politik und Kirche hob auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hervor. "Wissenschaft, Politik und Glauben bildeten bei ihm eine beeindruckende Einheit", so Söder in seinem Nachruf. "Als Katholik war er seiner Kirche tief verbunden, als unabhängiger Denker und Mahner forderte er aber auch aktiv Verantwortung und Reformbereitschaft ein."
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