Australische Professorin Pascoe plädiert bei Tagung in Rom gleichzeitig dafür, Laien stärker an Entscheidungsprozessen in der katholischen Kirche zu beteiligen
Rom, 09.06.2026 (KAP) Die australische Kirchenexpertin Susan Pascoe fordert eine stärkere Beteiligung von Laien an Entscheidungsprozessen in der katholischen Kirche. Dabei bleibe jedoch klar, dass in jeder Diözese letztlich der Bischof die Entscheidung treffe, sagte sie in einem Interview mit Radio Vatikan/Vatican News am Rande eines Symposiums über "Inklusive Kirchenleitung in der Synodalkirche" in Rom.
"Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Laien gemeinsam mit ihren Brüdern und Schwestern im Ordens- und Weihedienst zur Entscheidungsfindung im kirchlichen Leben beitragen können", sagte Pascoe zum Abschluss der Tagung am Zentrum der "Australian Catholic University" in Rom. Sie betonte, dass verschiedene Formen gemeinsamer Beratung und Mitverantwortung möglich seien, aber zugleich gelte, "dass in jeder Diözese der Bischof die Entscheidungsgewalt hat und alle diese Institutionen in Gemeinschaft mit ihm handeln".
Kardinal Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode, eröffnete das Symposium. "Die Gemeinschaft - und nicht die Macht - ist der wahre Maßstab der Hierarchie", sagte er. Grech forderte die Teilnehmer auf, offen für die Führung des Heiligen Geistes zu bleiben und die Vision einer Kirche anzunehmen, die von Nächstenliebe, Mitverantwortung und Gastfreundschaft geprägt ist.
"Aktive und umfassende" Beteiligung aller Getauften
Die Tagung befasste sich mit der Beteiligung von Laien an Leitungs- und Entscheidungsprozessen in der Kirche. Internationale Fachleute aus Theologie, Kirchenrecht und pastoraler Praxis diskutierten Modelle, in denen Laien Verantwortung in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen, Altenpflege und Sozialwesen übernehmen.
Pascoe wies darauf hin, dass die "aktive und umfassende" Beteiligung aller Getauften zu den zentralen Themen der Weltsynode gehört habe. Nun liege besonderes Augenmerk auf der Ausbildung von Gläubigen, die sich stärker am Leben und am synodalen Voranschreiten der Kirche beteiligen wollten.
Auch Linzer Professorin Csiszar bei Tagung
Unter den Teilnehmenden war auch die Linzer Pastoraltheologin Klara Csiszar, selbst theologische Beraterin bei der Weltsynode in Rom; sie hat an der Katholischen Privat-Universität (KU) Linz eine "School of Synodality" mit eingerichtet, an der katholische Priester und andere Seelsorgende die Prinzipien und die Praxis synodaler Kirche - Gemeinschaft, Teilhabe und Mission - theologisch, spirituell und praktisch vertiefen können.
Bei dem Symposium in Rom wurde auch ein internationales Forschungsprojekt vorgestellt, das mehr als 100 kirchliche Leitungsstrukturen in englischsprachigen Ländern untersuchte, in denen Laien wesentliche Verantwortung übernehmen. Nach Angaben der Forscher zeigen diese Modelle, wie synodale Formen gemeinsamer Leitung in der Praxis umgesetzt werden können.