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Jugendorganisationen fordern sozial gerechtes Budget

10.06.2026 09:07
Österreich/Politik/Kirche/Jugendliche/Finanzen/Soziales
Breites Bündnis in offenem Brief an Finanzministerium: Klimaschädliche Subventionen kürzen statt Bildung und Soziales
Wien, 10.06.2026 (KAP) Ein breites Bündnis großer Kinder- und Jugendorganisationen, das nach eigenen Angaben rund 705.000 junge Menschen vertritt, hat am Mittwochvormittag angesichts geplanter Kürzungen im Bildungs- und Sozialbereich ein Budget gefordert, "das langfristig tragfähig, sozial gerecht und ökologisch verantwortungsvoll ist". Kurz vor der Budgetrede übergaben die Organisationen einen offenen Brief an das Finanzministerium. Darin heißt es: "Ein Budget, das kurzfristige Entlastungen über langfristige Stabilität stellt, verschiebt Kosten in die Zukunft - und belastet damit jene Generationen, die heute noch keine Stimme in budgetären Entscheidungen haben."

Dem Bündnis gehören u. a. die Katholische Jugend Österreich, die Katholische Jungschar Österreichs, die Alpenvereinsjugend, die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs, die Roten Falken Österreich, die Evangelische Jugend Österreich, die Naturfreundejugend Österreich sowie die Muslimischen Pfadfinderinnen und Pfadfinder Österreichs an. Aus ihrer Perspektive würden die Kürzungen im Bildungs- und Sozialbereich junge Menschen und vulnerable Gruppen besonders hart treffen.

"Wir erleben täglich, wie sehr junge Menschen auf funktionierende Bildungs- und Sozialstrukturen angewiesen sind. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet hier gespart wird, während gleichzeitig rund 5,7 Milliarden Euro jährlich in klimaschädliche fossile Subventionen fließen", äußerte Rafael Haigermoser, ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich, seine Kritik in einer Aussendung am Mittwoch. Diese Mittel wären sinnvoller "für die Zukunft unserer Gesellschaft statt für klimaschädliche Maßnahmen" eingesetzt.

In dem offenen Brief werden auch konkrete Reformvorschläge genannt. Reformbedarf sieht das Bündnis beim Dienstwagenprivileg, das vor allem hochpreisige und emissionsintensive Fahrzeuge begünstige, bei der Wegekostenrichtlinie, die das Pendeln mit dem Auto stärker fördere als klimafreundliche Alternativen, beim Dieselprivileg, das fossile Energieträger künstlich verbillige und Innovationsanreize hemme, bei der Flugticketabgabe, die die tatsächlichen ökologischen Kosten nicht ausreichend abbilde, sowie bei der Stellplatzverpflichtung, die autozentrierte Infrastruktur zementiere und Wohnraum verteuere.

Das Bündnis fordert daher Reformen zugunsten klimafreundlicher Mobilität. Die dadurch freiwerdenden Mittel sollten für soziale Ausgleichsmaßnahmen, Investitionen in den öffentlichen Verkehr sowie die Budgetkonsolidierung verwendet werden, heißt es in dem Schreiben.
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