Erklärung zum Abschluss der Sommer-Vollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell - Diözesen und Orden wollen Austausch und Zusammenarbeit intensivieren - 192 Ordensgemeinschaften mit rund 3.670 Ordensfrauen und -männern wirken in Österreich
Mariazell, 10.06.2026 (KAP) Österreichs Bischöfe wollen die Beziehungen zu den Ordensgemeinschaften im Land intensivieren und künftig noch enger mit den Orden zusammenarbeiten. Das geht aus einer aktuellen Erklärung zum Abschluss der Sommervollversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell hervor. In der Erklärung bilanzieren die Bischöfe sehr positiv den Studiennachmittag mit Vertreterinnen und Vertretern der Orden, mit dem am Montag die Vollversammlung eröffnet worden war.
Zur Sprache kamen beim Studientag laut Erklärung u.a. Initiativen, in denen Ordensgemeinschaften auf aktuelle Nöte der Gegenwart reagieren und neue Akzente setzten. Herausforderungen bestünden weiters durch mitunter fehlende Ansprechpartner für die Diözesen bei länderübergreifenden Organisationsstrukturen von Ordensgemeinschaften oder bei Nachnutzungen von aufgelassenen Klöstern. Intensive Kommunikation brauche es im Rahmen von Strukturreformen in den Diözesen, die nur gemeinsam mit den Orden umgesetzt werden können.
Auch der Einsatz von Ordensleuten aus anderen Teilen der Weltkirche in Österreich sei zur Sprache gekommen, heißt es in der Erklärung. Die zunehmende Internationalisierung der Kirche bringe Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. Ein weiteres Thema war das Aufkommen neuer Ordensgemeinschaften "mit ihren besonderen Charismen". Thematisiert worden sei auch eine stärkere Zusammenarbeit von Klöstern und Diözesen bei der Etablierung von geistlichen Zentren, "die es in der Gesellschaft so dringend braucht".
Österreichische Ordenskonferenz
Es war die erste Zusammenkunft von Bischöfen und Ordensvertretern seit der Gründung der Österreichischen Ordenskonferenz 2019. Seitens der Ordensgemeinschaften nahmen die beiden Vorsitzenden der Österreichischen Ordenskonferenz, Generalpriorin Franziska Madl und Propst Anton Höslinger, sowie die Generalsekretärin Sr. Christine Rod und der Geschäftsführer Peter Bohynik an dem Gespräch teil. Die Konferenz der Säkularinstitute Österreichs war durch ihre Vorsitzende Maria Lukas vertreten.
Die Österreichische Ordenskonferenz ist die gemeinsame Vertretung der katholischen Männer- und Frauenorden Österreichs. Insgesamt sind 192 Ordensgemeinschaften Mitglieder der Ordenskonferenz, davon 103 Frauenorden und 89 Männerorden. 3.668 Ordensfrauen und Ordensmänner wirken in Österreich laut der aktuellen Statistik von 2025 in einer Vielzahl gesellschaftlich relevanter Bereiche: in Gesundheit und Sozialem, in Kultur und Bildung, in der Schöpfungsverantwortung, Mission sowie in Seelsorge, Wertearbeit und pastoralen Anlaufstellen sowie im ständigen Gebet. Die Männerorden sind zudem ein zentraler Faktor der Pfarrseelsorge in Österreich. Klöster und Ordenshäuser sind bedeutende spirituelle Zentren. So gibt es etwa 23 Gäste-, Bildungs- und Exerzitienhäuser.
Soziales, Bildung, Kultur
Ein beträchtlicher Teil der wirtschaftlichen Wertschöpfung der Katholischen Kirche in Österreich basiere auf den Orden und ihren vielen Einrichtungen, halten die Bischöfe fest. Die Leistungsbilanz der Orden sei beeindruckend: So betreuen etwa die 23 Ordensspitäler im Land jedes Jahr rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten. Sie beschäftigen zudem rund 20.000 Mitarbeitende und sind damit auch ein wesentlicher Arbeitgeber. Zu den Spitälern kommen auch noch 39 Alten- und Pflegeheime.
Eindrucksvoll seien auch die Kennzahlen im Bereich der Bildung: In 184 Ordensschulen werden rund 50.000 Schülerinnen und Schüler an 111 Schulstandorten in 249 Ausbildungsformen unterrichtet. Auf kulturellem Gebiet beinhalten die 220 Ordensbibliotheken etwa 4,5 Mio. Bücher. Dazu kommen 22 Ordensarchive und rund 115 Museen, Schatzkammern und Sammlungen in Klöstern und Ordensgemeinschaften.
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