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Erzbischof Lackner beim Fußballspiel
Fußball
Bild Copyright: © Erzdiözese Salzburg

Lackner vor WM: "Österreich übersteht die erste Runde"

10.06.2026 12:05
Österreich/Kirche/Fußball/Sport/Leute/Radio
Wiedergewählter Bischofskonferenz-Vorsitzender und glühender Fußballfan will kein rot-weiß-rotes Spiel verpassen
Wien/Salzburg, 10.06.2026 (KAP) Der erst am Dienstag als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz bestätigte Salzburger Erzbischof Franz Lackner blickt mit Zuversicht auf die am Donnerstag beginnende Fußball-Weltmeisterschaft. In einem Interview mit Radio klassik Stephansdom, das am Mittwochabend um 19 Uhr ausgestrahlt wird, zeigte sich der bekennende Fußballfan davon überzeugt, dass das österreichische Nationalteam die Gruppenphase überstehen werde. "Die erste Runde überstehen wir ganz sicher. Finalrunde, das glaube ich schon", sagte Lackner.

Für die WM-Spiele des österreichischen Teams will der Franziskaner jedenfalls keine Anstrengungen scheuen. Die aufgrund der Zeitverschiebung teilweise sehr frühen Anstoßzeiten seien für ihn kein Problem. "Ja sicher, ich stehe um halb fünf auf jeden Tag", sagte Lackner. Und wenn Österreich spiele, "dann brauche ich mich nicht zu motivieren, das ist Motivation genug".

Seine Leidenschaft für den Fußball sei ihm "fast angeboren", erklärte der Erzbischof. Aufgewachsen im südoststeirischen St. Anna am Aigen, habe es in seiner Kindheit "nichts anderes gegeben". Fußball sei "der Sport schlechthin" gewesen. Gespielt worden sei überall - "auf den Wiesen" und ohne organisierte Vereinsstrukturen. Besonders fasziniert habe ihn "dieses Zusammenspiel, dieses Spielverhalten". Er selbst sei als Jugendlicher linker Flügel gewesen, "blitzschnell und auch trickreich", erinnerte er sich. Im Vordergrund habe damals noch der "Zug zum Tor" gestanden.

Eingefleischter Sturm-Fan

Seit frühester Jugend hält Lackner dem SK Sturm Graz die Treue. Wie diese Verbundenheit entstanden sei, könne er selbst nicht genau erklären. "Als ich des Lebens bewusst geworden bin, war ich schon Sturm-Graz-Fan", sagte er. Sogar die legendäre Spielstätte "Gruabn" habe er noch erlebt. Während seiner Elektrikerlehre führte ihn ein Berufsschulausflug dorthin. "Ich habe auch schon gespielt in der Gruabn", erzählte der Erzbischof.

Mit besonderer Wertschätzung sprach Lackner über den verstorbenen Sturm-Erfolgstrainer Ivica Osim (1941-2022). Dessen sportliche Erfolge seien beeindruckend gewesen, noch mehr habe ihn jedoch dessen Persönlichkeit und sein Philosophieren fasziniert, "wie er nachher über das Spiel gesprochen hat. Das war großartig." Mehrfach sei er Osim auch persönlich begegnet. Besonders in Erinnerung geblieben sei ihm dessen Bescheidenheit. Auf Lob für seine Leistungen habe Osim stets geantwortet: "Sturm Graz ist wichtig, ich bin nicht wichtig."

Ähnlichkeiten zwischen Bischof und Trainer

Parallelen sieht Lackner auch zwischen Fußball und kirchlicher Leitung. Ein Trainer müsse Talente erkennen und fördern, sagte er. "Das ist beim Bischofssein ähnlich." Wie ein Trainer müsse auch ein Bischof die unterschiedlichen Fähigkeiten der Menschen wahrnehmen und ihnen Raum geben. "Vor allem muss man erkennen, wo die Charismen sind."

Zugleich verwies der Erzbischof darauf, dass Pläne in der Praxis oft anders umgesetzt würden als vorgesehen. Im Fußball wie in der Kirche gehe das Geschehen letztlich von den Akteuren am Feld aus. "Dann steht man ein bisschen draußen", sagte Lackner mit Blick auf Trainer und Bischöfe. Man könne von der Seitenlinie aus zwar "schimpfen und schreien und pfeifen - aber sie spielen".

Sendung auch mit Polster, Herzog und Prohaska

Die Spezialsendung "Im Schnittpunkt zwischen Fußball und Religion" auf Radio klassik Stephansdom am Mittwoch um 19 Uhr widmet sich eingehend den Parallelen zwischen dem Kampf ums runde Leder und dem Glauben. Neben Erzbischof Lackner werden die Fußballikonen Toni Polster, Andi Herzog und "Schneckerl" Herbert Prohaska zu Wort kommen, weiters der Fußballtrainer und Pastoralinnovator Andreas Oshovski, der Vorsitzende der Diözesansportgemeinschaft, Martin Steiner, und Fußballschiedsrichterobmann Johann Machala. (Link: https://radioklassik.at/programm/sendeformate/thema/im-schnittpunkt-zwischen-fussball-und-religion)

(Kathpress-Themenschwerpunkt zur Fußball-WM unter www.kathpress.at/wm2026)
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