Papst Leo XIV. besuchte Strafgefangene in spanischer Haftanstalt
10.06.202612:25
Spanien/Papst/Kirche/Gefängnis/Glaube/Papstbesuch
Kirchenoberhaupt macht Häftlingen Mut und betont ihre unverlierbare Menschenwürde - Papst: "Der Herr ermöglicht uns allen, immer wieder neu anzufangen"
Barcelona, 10.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat im Rahmen seiner Apostolischen Reise nach Spanien die große Justizvollzugsanstalt Brians 1 bei Barcelona besucht. Den weiblichen und männlichen Häftlingen machte er in einer kurzen Ansprache am Mittwoch Mut und betonte ihre unverlierbare Menschenwürde.
Unter anderem sagte der Papst: "Es gibt keine Situation, die den Herrn dazu veranlassen würde, seinen Blick von uns abzuwenden. Das ist eine tröstliche Wahrheit, die uns in jedem Augenblick begleitet und uns daran erinnert, dass seine barmherzige Liebe immer größer ist als alles Gute oder Böse, das wir getan haben." Auch in traurigen Momenten sollten sie daran denken, "dass die Fehler im Leben nicht die Identität eines Menschen bestimmen".
Am Ende seiner Ansprache betonte Leo XIV.: "Der Herr ermöglicht uns allen, immer wieder neu anzufangen, denn das Mensch- und Christsein besteht nicht darin, keine Fehler zu machen, sondern darin, in der Fähigkeit zu wachsen, sich zu bekehren, zu bereuen, sich zu bessern und vor allem, sich zu versöhnen und zu vergeben."
"Wir fühlen uns hier oft vergessen"
An der Begegnung mit dem Papst nahmen rund 80 ausgewählte Häftlinge teil. Es handelte sich um Männer und Frauen aus dem Gebetskreis des Gefängnisses und der angrenzenden Haftanstalten Brians 2 und Wad-Ras, die sich jedes Wochenende zur Messe in der Gefängnis-Kapelle treffen. Auch eine Delegation, die christliche Häftlinge aus ganz Katalonien vertritt, war anwesend.
"Ihr Besuch freut uns riesig, denn wir fühlen uns hier oft vergessen", wandte sich die Haftinsassin Montse an Leo. Die ungefähr 50 Jahre alte Frau aus Barcelona berichtete dem Papst, wie sie im Gefängnis zu Gott fand und "durch den Glauben und das Vertrauen ein besserer Mensch geworden" sei.
Das Treffen mit den Häftlingen sei eine weitere Geste des Papstes, "uns die Kirche der Barmherzigkeit zu zeigen", hatte Xabier Gómez, Bischof der Diözese Sant Feliu de Llobregat, zu dem die Haftanstalt gehört, schon im Vorfeld des Besuchs betont. "Der Papst kommt, um unsere Wunden zu berühren und uns an den Weg zu erinnern, den uns Matthäus 25 vorgibt: "Du warst ein Gefangener, und du bist gekommen, um mich zu sehen", sagte Bischof Gómez der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Nach dem Besuch im Gefängnis fuhr Leo XIV. im Auto weiter zum Bergkloster Montserrat. Die Benediktinerabtei gilt als Ort der Bewahrung des Erbes der katalanischen Sprache und Kultur durch die Jahrhunderte. Am Nachmittag trifft der Papst Vertreter von kirchlichen Hilfs- und Sozialdiensten in der Kirche Sant Agustí im Raval-Viertel, einem sozialen Brennpunkt von Barcelona. Am Abend wird Leo XIV. eine Messe in der Sagrada Familia feiern und mit dem neu errichteten zentralen Christusturm der Basilika den nun höchsten Kirchturm der Welt segnen.
172,5 Meter hoher zentraler Christusturm der Sagrada Familia wurde im Februar fertiggestellt - Abendlicher Gedenkgottesdienst mit Leo XIV. am 100. Todestag von Architekt Antoni Gaudí - Papst besucht am Mittwoch auch ein Gefängnis, trifft Vertreter von Sozialdiensten und leitet das Mittagsgebet im katalanischen Kloster Montserrat
Benediktinerkloster ist ein in den Fels gehauenes Symbol für Nationalstolz und Unabhängigkeitsstreben Kataloniens - Hintergrundbericht von Manuel Meyer (KNA)