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Benediktiner-Kloster Montserrat
Bild Copyright: © Abadia de Montserrat

Leo XIV. im historischen Bergkloster Montserrat

10.06.2026 13:51
Spanien/Papst/Kirche
Papst betete mit Benediktinern den Rosenkranz und bat auf Katalanisch um Frieden - Kloster mit bewegter Geschichte gilt seit Jahrhunderten als ein Zentrum katalanischer Frömmigkeit und Kultur
Monistrol de Montserrat, 10.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat am Mittwoch das Bergkloster von Montserrat oberhalb von Barcelona besucht und mit den dort lebenden Benediktinern gebetet. Die Abtei gilt seit Jahrhunderten als ein Zentrum katalanischer Frömmigkeit und Kultur. Die dort verehrte "Schwarze Madonna" ist alljährlich Ziel Hunderttausender Pilger und Touristen.

Gemeinsam mit den rund 80 Mönchen betete der Papst in katalanischer Sprache das Rosenkranzgebet. In seiner anschließenden Ansprache sagte der Papst, er vertraue der unter dem Namen "Moreneta" verehrten Schwarzen Muttergottes seinen Dienst als Papst und die Sendung der Kirche in einer Welt an, die nach Gerechtigkeit und Frieden schreie.

Aufruf zu Versöhnung und Wahrheit

Weiter sagte Leo XIV.: "Jesus weist uns den Weg der Barmherzigkeit, der Versöhnung, der Wahrheit und der Güte. Gleichzeitig entlarvt er die Gewalt, die sich in unseren Worten und Haltungen verbergen kann: erniedrigende Kritik, zerstörerische Verurteilung und spaltende Aggressivität." Die Muttergottes lade die Gläubigen ein, einander "als Brüder und Schwestern anzuerkennen, wo niemand ausgeschlossen wird und wo die Gemeinschaft stärker ist als jede Spaltung".

Auf Katalanisch sagte er: "Bitten wir Maria, die Königin des Friedens, dass sie uns lehrt, von verletzenden Worten, voreiligen Urteilen, Lästereien und Verleumdungen abzusehen. Und dass wir lernen, die Liebe in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz, in den sozialen Netzwerken, in politischen Debatten und in christlichen Gemeinschaften zu bewahren und zu pflegen, damit der Hass der Hoffnung und dem Frieden weicht."

Kloster mit bewegter Geschichte

Das Kloster von Montserrat war im Spanischen Bürgerkrieg Opfer linker Gewalt, 23 Mönche wurden damals ermordet. Danach, während der rechten Franco-Diktatur (1939-1975), galt das Kloster als Hochburg der verbotenen katalanischen Kultur und Sprache. Abt Aureli Maria Escarré (1908-1968) musste nach einer öffentlich geäußerten Kritik an der Unterdrückung der Freiheit in der Franco-Diktatur das Land verlassen.

Nach dem Rosenkranz sang der Knabenchor von Montserrat, der als ältester kirchlicher Knabenchor der Welt gilt, erst auf Latein das Marienlied "Salve Regina" und dann eine traditionelle katalanische Marienhymne. Beim abschließenden Papstsegen vom Segnungsbalkon der Abtei wurden in der Menschenmenge sowohl spanische als auch katalanische Flaggen geschwenkt.
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