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Familienverband: Budget "Schönrechnerei statt Familienförderung"

10.06.2026 16:36
Österreich/Bundesregierung/Finanzen/Familie/Kirche/Budget
Scharfe Kritik von Verbandspräsident Mender: Einsparungen wie fehlende Inflationsanpassung und gekürzter Familienlastenausgleichfonds belasten Familien spürbar
Wien, 10.06.2026 (KAP) Der Katholische Familienverband Österreich übt scharfe Kritik an den familienpolitischen Maßnahmen im Doppelbudget der Bundesregierung. Die vorgesehenen Einsparungen würden Familien spürbar belasten, während gleichzeitig Ausgaben für Bildung und Integration als Familienförderung dargestellt würden, erklärte Verbandspräsident Peter Mender am Mittwoch.

Kritisch sieht der Familienverband insbesondere, dass Familienleistungen auch 2028 nicht an die Inflation angepasst werden und damit bereits das dritte Jahr in Folge real an Wert verlieren. Zudem würden die Einnahmen des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) um zwei Milliarden Euro gekürzt, während lediglich 500 Millionen Euro gegenfinanziert seien. Weitere Belastungen entstünden durch die Wiedereinführung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags für Teilzeitbeschäftigte und Geringverdiener sowie durch Änderungen beim Familienbonus.

"Das sind schmerzhafte Einschnitte für Familien und Einsparungen, die sie täglich im Börsel spüren werden; insbesondere Mehrkindfamilien und Frauen im Niedriglohnsektor", erklärte Mender. Zwar begrüße der Familienverband den Erhalt des Familienbonus, die künftige Reservierung von 25 Prozent für den zweiten Elternteil sieht er jedoch kritisch. Für viele Betroffene werde dies "eine Art Taschenspielertrick", da Frauen zwar stärker zur Erwerbstätigkeit motiviert würden, gleichzeitig aber durch höhere Abgaben weniger Nettoeinkommen verbliebe.

Skeptisch beurteilt der Familienverband auch die vom Finanzminister angekündigten zusätzlichen 300 Millionen Euro für die Elementarpädagogik. Das Geld solle in ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr sowie in die Qualitätsverbesserung der Kinderbetreuung fließen. Ob die Mittel tatsächlich bei den Familien ankommen, sei jedoch offen, da die Verteilung und die Voraussetzungen für die Auszahlung an die Länder noch nicht feststünden.

Mender verwies darauf, dass bereits heute 95,9 Prozent der Vierjährigen einen Kindergarten besuchen. Ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr entlaste daher vor allem Länder und Gemeinden. Zudem stelle sich die Frage, ob die Maßnahmen tatsächlich der Familienförderung dienten oder primär integrations- und arbeitsmarktpolitische Ziele verfolgten. Investitionen in Sprachförderung seien zwar sinnvoll, sollten aus seiner Sicht aber dem Bildungs- oder Integrationsbudget zugerechnet werden.

Insgesamt erkennt der Familienverband die Bemühungen der Regierung im Kampf gegen Kinderarmut an. Die Darstellung der Maßnahmen hält Mender jedoch für irreführend. "Statt reinen Wein einzuschenken, wird den Familien die Rechnung schöngerechnet. So geht man nicht mit den Leistungsträgern einer Gesellschaft um", erklärte der Verbandspräsident.
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