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Videoposting von Bischof Alois Schwarz
Kirche
Bild Copyright: © Instagram / bischof_alois_schwarz

Schwarz: Social Media als Ort kirchlicher Nähe und Verkündigung

11.06.2026 11:36
Österreich/Medien/Kirche/Internet/Leute
Internetaffiner Diözesanbischof von St. Pölten: Mein Ziel ist, Hoffnung, Glauben und Menschlichkeit in die digitale Welt hineinzutragen
Bozen/St. Pölten, 11.06.2026 (KAP) Der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz sieht soziale Medien als zentralen Ort kirchlicher Präsenz und Seelsorge im digitalen Zeitalter. Mit mehr als 33.000 Followern auf Instagram zählt er zu den reichweitenstärksten kirchlichen Stimmen im deutschsprachigen Raum. Im Interview mit dem "Katholischen Sonntagsblatt Südtirol" (Ausgabe 10. Juni) betont Schwarz, es gehe ihm bei seinen Accounts vor allem um Nähe, Orientierung und Glaubensvermittlung.

"Ich sehe mich weniger als 'Influencer', sondern vielmehr als Mensch, der versucht, Hoffnung, Glauben und Menschlichkeit in die digitale Welt hineinzutragen", so Schwarz. Die hohe Reichweite zeige, dass viele Menschen in einer zunehmend komplexen Zeit nach Orientierung und spirituellem Halt suchten.

Social Media verstehe er als neuen Ort der Begegnung: "Früher ist man auf den Marktplatz gegangen, heute begegnen sich Menschen oft digital." Ziel sei es, dort präsent zu sein, zuzuhören und den Glauben in verständlicher Sprache zu vermitteln. Dabei beantwortet Schwarz auch persönliche Glaubensfragen und Segenswünsche, häufig in kurzen Momenten des Tages. Wichtig sei ihm, dass digitale Kommunikation echte Beziehung ermögliche.

Chance für Kontaktaufnahme

Als zentrale Chance digitaler Plattformen sieht der Bischof die Möglichkeit, Menschen zu erreichen, die sonst kaum kirchlichen Kontakt hätten. Ein Bibelwort oder ein kurzer Impuls könnten Trost spenden, Mut machen oder zur Reflexion anregen. Besonders junge Menschen seien über digitale Kanäle ansprechbar. Oft entstehe dort ein erster Kontakt, aus dem sich weiterführende Gespräche und neue Zugänge zum Glauben entwickeln könnten.

Um Usern die Möglichkeit auch zur persönlichen Begegnung zu geben, hatte Schwarz am 31. Mai zu einer "Follower-Messe" in den St. Pöltner Dom mit anschließendem "Meet & Greet" im Sommerrefektorium geladen.

Auch für andere kirchliche Akteure sieht er Social Media als Chance, sofern der Fokus nicht auf Inszenierung, sondern auf Begleitung liege. Kleine Einblicke in das Pfarrleben oder persönliche Gedanken könnten bereits Wirkung entfalten. Bewusst ausgenommen von der digitalen Kommunikation bleiben für ihn seelsorgliche Gespräche und besonders schützenswerte Inhalte. Gleichzeitig verwies Schwarz auf Risiken von Social Media wie Oberflächlichkeit, Beschleunigung und digitale Aggression. Die Kirche habe hier die Aufgabe, Räume der Annahme und Wertschätzung zu schaffen.

Segen oder kein Segen

Bischof Schwarz postet auf seinen Accounts vor allem Kurzvideos, in denen er auf Fragen, die User an ihn stellen, Antworten aus dem Glauben gibt. In seinem jüngsten Posting antwortet er beispielsweise auf die Frage: "Ein Jahr Auszeit für sich und von Gott nehmen - Segen oder kein Segen?" Reaktion des Bischofs: "Von Gott sollst du dir keine Auszeit nehmen, das ist kein Segen - aber schau, dass du jeden Tag eine Zeit für dich und deinen Gott hast. Das ist ein Segen."

Ganz unterschiedlich und oftmals mitten aus dem Leben gegriffen sind die Fragen, die Schwarz sonst beantwortet. Etwa: "Gibt es eigentlich eine Weihwasser-Priester-Range, so dass ein Pfarrer nur ein Glas Wasser weihen kann und der Papst oder so den Atlantik?" Davor: "Ist Ego-Shooter mit dem Glauben vereinbar?", oder: "Müssen Tote getauft werden, um das ewige Leben zu bekommen?" Zu "Ist es legitim als Christ am Sonntagnachmittag Sport zu treiben?" gab Schwarz eindeutig grünes Licht, bei "Sich bewusst für Familie und gegen Karriere entscheiden - Segen oder kein Segen?" antwortete der Bischof mit einer differenzierten Antwort und schloss mit "Sei ein Segen für deine Familie!"

(Link zum Instagram-Kanal von Bischof Schwarz: https://www.instagram.com/bischof_alois_schwarz/)
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