Papst Leo XIV. ruft zu Gebet für ertrunkene Migranten auf
11.06.202620:26
Spanien/Vatikan/Papst/Kirche/Migration
Kirchenoberhaupt feierte mit 40.000 Menschen im Fußballstadion von Gran Canaria - Papst: Christen sollen "Boten von Barmherzigkeit und Frieden" sein
Las Palmas, 11.06.2026 (KAP) Zum Gebet für die auf dem Weg nach Europa ertrunkenen Migranten hat Papst Leo XIV. aufgerufen. Bei einem großen Gottesdienst mit Einheimischen und Migranten im Fußballstadion von Gran Canaria sagte er am Donnerstagabend: "Ich lade euch auch ein, in dieser Heiligen Messe gemeinsam für die Seelen der Brüder und Schwestern zu beten, die auf See ihr Leben verloren haben."
Bei dem Gottesdienst wurden Fürbitten auf Spanisch sowie auf Englisch, Französisch und in der meist im Senegal gesprochenen Sprache Wolof gebetet. Die meisten Menschen, die versuchen, auf der gefährlichen Atlantik-Route auf die Kanarischen Inseln zu gelangen, kommen aus Westafrika.
In seiner Predigt vor rund 40.000 Gläubigen betonte der Papst zugleich, dass die christliche Nächstenliebe weder auf Berechnung noch auf einem bloßen Gefühl und auch nicht auf einfache Menschenfreundlichkeit reduziert werden könne. Sie durchdringe vielmehr das ganze Sein der Christen.
"Samen der Hoffnung säen"
Der Papst hob zudem hervor, dass Nächstenliebe nicht bloße Wohlfahrt sein dürfe, sondern den ganzen Menschen einbeziehen müsse: "Nur so werden unsere Begegnungen auch angesichts schwieriger und schmerzhafter Ereignisse zu einer Gelegenheit, auf dem Weg der Menschheit in eine bessere Zukunft Samen der Hoffnung auszusäen."
Abschließend rief Leo XIV. die Christen auf, sie sollten "zu Boten von Barmherzigkeit und Frieden werden, damit die Kriege in der Welt aufhören und um uns herum eine neue, in der Liebe versöhnte Menschheit heranwächst."
Leo XIV. in eindringlicher Rede im Hafen von Arguineguin auf Gran Canaria: "Die Menschenwürde hat keinen Reisepass und verliert ihren Wert beim Überqueren einer Grenze nicht"