70 Jahre institutionalisierte katholische Militärseelsorge in Österreich - Festgottesdienst in der St. Georgs-Kathedrale mit Bischof Freistetter, der Soldatinnen und Soldaten auch künftig verlässliche seelsorgliche Begleitung zusichert
Wiener Neustadt, 12.06.2026 (KAP) Mit einem Festgottesdienst in der St. Georgs-Kathedrale in Wiener Neustadt hat die katholische Militärseelsorge am Donnerstag gleich mehrere Jubiläen gemeinsam begangen: das 70-jährige Bestehen der katholischen Militärseelsorge in Österreich, das 40-Jahr-Jubiläum der Apostolischen Konstitution "Spirituali militum curae" sowie den 11. Weihetag des amtierenden Militärbischofs Werner Freistetter. Ebenso wurde der 1967 von Papst Paul VI. eingeführte Weltfriedenstag in den Blick genommen, wie die Militärdiözese in einer Aussendung mitteilte. Dem Festgottesdienst stand Bischof Freistetter vor, der zahlreiche Repräsentanten aus Kirche, Politik und dem Bundesheer sowie langjährige Wegbegleiter begrüßen konnte.
An seinem 11. Weihetag verband der Militärbischof in seiner Predigt den Dank für sieben Jahrzehnte institutionalisierte Seelsorge mit einem Blick auf die Zukunft. Im Zentrum stand dabei die Warnung vor einer Entmenschlichung durch Künstliche Intelligenz (KI) im Militär - insbesondere vor autonomen Entscheidungen über Leben und Tod.
Verlässliche Begleitung
Angesichts der unsicheren weltpolitischen Lage sicherte Freistetter den Soldaten auch künftig die verlässliche Begleitung der Seelsorge zu und betonte: "Die Zivilisation der Liebe entsteht nicht aus einer einzigen spektakulären Geste, sondern aus der Summe kleiner und beharrlicher Akte der Treue, die als Bollwerk gegen die Entmenschlichung dienen. Das ist die Hobbit-Ethik: kleine Schritte, Worte entwaffnen und Beziehungen pflegen."
Militärgeneralvikar Peter Papst ging in seiner Ansprache besonders auf den bischöflichen Wahlspruch Freistetters - "Religio et Pax" - ein und sagte in Richtung des Bischofs: "Dieser Wahlspruch ist für dich tiefstes Lebensprogramm. Besonders das zweite Wort - der Frieden - ist dir in all den Jahren als Militärbischof zu einem überragenden, persönlichen Herzensanliegen geworden." Wo Religion und der Einsatz für den Frieden zusammenfinden, da entstehe echter Schutz für den Menschen, so Papst.
70 Jahre katholische Militärseelsorge
Am 4. Oktober 1956 beschloss der Ministerrat die Einrichtung der Militärseelsorge in der Zweiten Republik. Das römisch-katholische Militärordinariat betreut heute rund 100.000 Katholikinnen und Katholiken im Umfeld des Österreichischen Bundesheeres. Die Wurzeln der Militärseelsorger reichen in Österreich freilich bis in das 16. Jahrhundert zurück.
Vor 40 Jahren ordnete Papst Johannes Paul II. mit der Apostolischen Konstitution "Spirituali militum curae" die Militärseelsorge weltweit neu und erhob die Militärordinariate in den Rang von Diözesen. Dieses kirchenrechtliche Fundament sichere bis heute die pastorale Eigenständigkeit und Struktur der Militärdiözese, hieß es in der Aussendung.