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'Prostratio' der Weihekandidaten bei der Priesterweihe
Kirche
Bild Copyright: © kathbild.at / Franz Josef Rupprecht

Priesterweihen in Österreich: Auftakt mit großer Stephansdom-Liturgie

12.06.2026 12:56
(zuletzt bearbeitet am 12.06.2026 um 15:30 Uhr)
Österreich/Kirche/Religion/Berufung/Priesterweihe/Sakrament
Erzbischof Grünwidl weiht am 20. Juni in Wien fünf Seminaristen, ebenso Erzbischof Lackner am 29. Juni in Salzburg - Weihen auch in Graz, Wels und Heimatländern - Voraussichtlich mindestens 19 katholische Neupriester im Jahresverlauf 2026
Wien/Salzburg, 12.06.2026 (KAP) Im Wiener Stephansdom steht am Samstag, 20. Juni, eine von zwei großen Priesterweihen bevor: Fünf Seminaristen werden im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes ab 9.30 Uhr von Erzbischof Josef Grünwidl die Hände aufgelegt bekommen und damit das Weihesakrament erhalten, teilt die Erzdiözese Wien mit. Die Weiheliturgie markiert den Auftakt mehrerer römisch-katholischer Priesterweihen in ganz Österreich, die traditionell rund um den 29. Juni stattfinden. Eine weitere Weihe mit fünf Kandidaten findet an ebendiesem Datum - dem Apostelfest Peter und Paul - im Salzburger Dom statt, darüber hinaus gibt es auch Weihen an anderen Terminen.

Insgesamt werden im Jahr 2026 laut dem jüngsten Erhebungsstand von Kathpress mindestens 19 Priesterkandidaten aus Österreich bzw. die in Österreich wesentliche Teile ihrer Ausbildung absolviert haben und künftig hier tätig sein werden, geweiht. Die endgültige Zahl kann höher sein, da es bei den Ordensgemeinschaften keine zentrale Erfassung der Priesterweihen gibt bzw. da vereinzelt Weihetermine im späteren Jahresverlauf vom Zeitpunkt des Studienabschlusses abhängen und erst später fixiert werden.

Fünf Neupriester in Wien

Bei der Weihe im Stephansdom wird der aus Neunkirchen (NÖ) gebürtige Manuel Rennhofer (26) zum Priester geweiht, weiters der aus München stammende Joachim Losehand (56), der ebenso die Priesterausbildung im Erzbischöflichen Seminar Wien-Eisenstadt absolvierte. Drei weitere Kandidaten kommen aus dem Priesterseminar Redemptoris Mater der Bewegung Neokatechumenaler Weg und haben teils in Heiligenkreuz, teils an der Universität Wien studiert, unter ihnen Richard Johannes Andrae (37) aus Purkersdorf (NÖ), der gebürtige US-Amerikaner Cristian Xavier Gonzalez (33) und ein weiterer Kandidat.

Zwei Österreicher werden ebenfalls am 20. Juni im bayrischen Lindenberg zu Priestern geweiht: Clemens Maria Reithofer (27) aus dem oststeirischen Birkfeld sowie Aleksander Nozdryn-Plotnicki (37), der in Warschau geboren ist, jedoch in Tirol aufwuchs und dort auch die Primiz feiern wird. Beide künftigen Neupriester gehören der Konfraternität St. Petrus (Kürzel: FSSP) an, einer mit Rom sowie der tridentinischen Messe verbundenen Priestergemeinschaft. Weihespender ist Marc Aillet, Bischof der französischen Diözese Bayonne.

Graz und Salzburg

Der nächste Weihetermin ist der Sonntag, 28. Juni: Im Grazer Dom wird der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl in einer um 15 Uhr beginnenden Feier Elijah Kwizera (32) durch Handauflegung zum Priester weihen. Kwizera stammt aus Uganda und kam 2022 nach Österreich, um in Graz Theologie zu studieren und im diözesanen Priesterseminar die entscheidende Phase seiner Ausbildung zu absolvieren.

Fünf neue Priester wird es am 29. Juni geben: Erzbischof Franz Lackner wird in einer um 14.30 Uhr beginnenden liturgischen Feier im Salzburger Dom dem gebürtigen Mittersiller Andreas Holzner (37), dem Großgmainer Josef Goppert (26), den aus Garsten (OÖ) stammenden Manuel Zehetner (32) sowie Josef Straub (30) aus Freiburg im Breisgau und Roland Münster aus Mönchengladbach (58, beide Deutschland) das Weihesakrament spenden. Straub kommt aus dem Heiligenkreuzer Priesterseminar Leopoldinum, die anderen machten ihre Ausbildung im Salzburger Priesterseminar.

Ordensleute vor der Weihe

Am 4. Juli um 16 Uhr wird Br. Adam Bergmann (34) in Wels die Weihe vom Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer empfangen; Bergmann ist Mitglied des Franziskanerordens und stammt aus dem oberösterreichischen Marchtrenk. Ebenfalls eine Weihe aus den Reihen der Ordensgemeinschaften war die des aus Kalladorf (NÖ) stammenden Benediktiners P. Leo Maria Zehentgruber (35), die bereits am 23. Mai in Maria Roggendorf stattgefunden hat und vom Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky gespendet wurde.

Weihen in Heimatländern

In den Folgemonaten sind mehrere Weihen von Heiligenkreuzer Priesterstudenten in ihren Heimatdiözesen terminisiert: Am 25. Juli die von Michael Mario Ogala (31) aus Nigeria, am (3. Oktober) die von Senay Mesfin Teshome (33) in Äthiopien und am 27. Dezember im indischen Kerala die von Tansen Joseph Thomas (33) aus der Ordensgemeinschaft der Vinzentiner, der zuletzt im burgenländischen Nischendorf als Diakon wirkte. Auch die Wiener Piaristen erwarten mit Jude Lontum Mbiydzenyuy (30) einen Priesternachwuchs, er wird im August in Kamerun geweiht.

Das Alter der Neupriester des Jahrgangs 2026 zum Zeitpunkt ihrer Weihe beträgt durchschnittlich 34,8 Jahre und entspricht somit dem der vergangenen Jahre; ein Großteil von ihnen war zuvor schon in anderen Berufen tätig, darunter findet man unter anderem Zimmerer, Religionslehrer, Krankenpfleger oder einen Archäologen. Neun sind gebürtige Österreicher, drei stammen aus Deutschland, vier aus Afrika, zwei aus Asien und einer aus Amerika. Die bisher ermittelte Gesamtzahl von 19 liegt unter den 26 Weihen des Vorjahres; davor gab es zwischen 2015 und 2024 in fortlaufender Reihenfolge 22, 24, 15, 17, 23, 31, 20, 21, 31 und 19 Priesterweihen laut amtlicher Kirchenstatistik, der Durchschnitt lag bei 22,3. Die amtliche Zahl des Vorjahres wird erst bei der Veröffentlichung der Kirchenstatistik im September bekanntgegeben.

Manche Priesterweihen weisen nur flüchtigen Bezug zu Österreich auf und wurden daher in der Zählung nicht berücksichtigt: So etwa die von Adrian Hafner (36) aus der deutschen Volksgruppe in Rumänien, zugleich Mitglied der österreichischen Salvatorianerprovinz, der in Temesowar am 4. Juli das Weihesakrament erhält. Bereits Priester ist der gebürtige Bayer P. Dominicus Maria Armbruster (29), dessen Weihe am 11. April in der Wiener Dominikanerkirche die erste für Erzbischof Josef Grünwidl nach dessen eigener Bischofsweihe war. Der aus Moskau gebürtige Heiligenkreuzer Seminarist Nikolai Losev (35) empfing die Weihe am 25. April in der Diözese Eichstätt (D), der er angehört und wo er inzwischen als Priester wirkt.

Dreistufiges Sakrament

Das Sakrament der Weihe wird seit der Urkirche vom Bischof durch Handauflegung und Gebet gespendet - in drei Stufen: Diakon, Priester, Bischof. Kandidaten bereiten sich rund sechs Jahre im Priesterseminar oder in einer Ordensausbildungsstätte vor, absolvieren in dieser Zeit das Theologiestudium und durchlaufen einen Reifungsprozess in menschlicher und geistlicher Hinsicht. Nur Männer können geweiht werden; Voraussetzungen sind zudem Glaube, geistliche Berufung, Teamfähigkeit, seelische und körperliche Gesundheit sowie Matura oder Studienberechtigung, die allerdings nachholbar ist. Die Ausbildung umfasst das propädeutische Jahr, das Seminar und das Studium, wobei der erste Schritt ein Aufnahmegespräch beim Regens ist.

Geweihte Priester stehen in besonderer Nachfolge Christi und sollen sein Wirken durch ihr Leben sichtbar machen. Ihr Dienst umfasst Verkündigung, Sakramentenspendung, Seelsorge und Leitung. Bei der Weihe versprechen die Priesteramtskandidaten Gehorsam gegenüber dem Bischof bzw. Ordensoberen. Die Weihe ist laut Kirchenlehre unauslöschlich und unwiderruflich.
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