Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
Orden
Bild Copyright: © www.de-agentur.de, de-AGENTUR

Ordensoberer: Mehr Sensibilität für Bedürftige im Gesundheitswesen

13.06.2026 10:34
Österreich/Kirche/Gesundheitsorganisation/Soziales/Orden/Barmherzige.Brüder/Knopp
Provinzial der Barmherzigen Brüder, Knopp, in Magazin "ON-OrdensNachrichten" zu Reformen im Gesundheitssystem: Effizienz allein darf nicht zum Maßstab werden
Wien, 13.06.2026 (KAP) Fr. Rudolf Knopp wurde am 22. Jänner zum ersten Provinzial der neu gegründeten Ordensprovinz Europa Mitte gewählt. Mit der Zusammenlegung der österreichischen und bayerischen Provinz entstand mit Sitz in Wien eine neue Struktur, die über Ländergrenzen hinweg arbeitet. In der aktuellen Ausgabe des Magazins "ON-OrdensNachrichten" hat Knopp im Blick auf das Gesundheitssystem mehr Sensibilität mit jenen Personengruppen eingemahnt, die sonst durch den Raster fallen.

Ein Beispiel seine spezielle Angebote für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen oder die medizinische Versorgung von Obdachlosen. Der Provinzial nannte eine Initiative in München als Beispiel. In München fahre ein Team regelmäßig mit einem mobilen Dienst zu Treffpunkten von Obdachlosen. Dort erreiche man Menschen, die niemals von selbst in eine Praxis gehen würden, so der Provinzial: " "Barmherzigkeit ist das Gespür für den leisen Unterschied." Für ihn liege darin der Kern des Ordensauftrags der Barmherzigen Brüder.

Die neue Provinz Europa Mitte umfasst mehrere Länder mit unterschiedlichen Gesundheitssystemen und sozialpolitischen Rahmenbedingungen. "Was in einem Land funktioniert, geht im anderen nicht", erläuterte Knopp. Während er sich in Deutschland sicher bewegt, fühle er sich in Österreich wieder wie am Anfang. "Ich muss vieles neu verstehen." Das sei eine Aufgabe, die weniger durch große Visionen als durch geduldiges Lernen geprägt ist.

Die Entwicklungen im Sozial- und Gesundheitswesen bewertete er differenziert. In der Behindertenhilfe sah er etwa große Fortschritte. Früher lebten Menschen oft in großen Gruppen, heute seien kleinere Einheiten möglich, die mehr Individualität erlauben. Diese Veränderungen sind für Knopp ein Zeichen gewachsener Würde. Gleichzeitig beobachte er eine zunehmende Bürokratisierung.

Im Blick auf die Debatten rund um notwendige Reformen des Gesundheitssystems meinte Knopp, dass er die Verlagerung von stationärer zu ambulanter Versorgung grundsätzlich für sinnvoll halte. Er sehe aber auch Risiken. Nicht jeder könne die neuen Anforderungen bewältigen, etwa ältere Menschen ohne Unterstützung. Knopp: "Wir müssen als Gesellschaft Lösungen finden, die auch im Alltag funktionieren." Effizienz allein dürfe nicht zum Maßstab werden.

Ordensprovinz Europa Mitte

Die Ordensprovinz Europa Mitte der Barmherzigen Brüder ist eine von derzeit weltweit 17 Ordensprovinzen. Sie wurde im vergangenen Jahr gegründet. In der neuen Ordensprovinz mit Standorten in Bayern, Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei betreiben die Barmherzigen Brüder Spitäler sowie zahlreiche weitere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Lebenswelten für Menschen mit Behinderungen, eine Therapiestation für Drogenkranke, Hospize sowie Kur- und Wellnesseinrichtungen. In diesen Einrichtungen gibt es fast 5.800 Krankenhausbetten und über 800 Betreuungsplätze für ältere Menschen. Weiters werden fast 4.000 Menschen mit Behinderungen betreut und annähernd 1.000 Menschen in Berufen des Sozial- und Gesundheitswesens ausgebildet. Die neue Provinz zählt rund 25.000 Mitarbeitende.

Die Vereinigung als neue Provinz bezieht sich vor allem auf die Verwaltung des brüderlichen Bereichs und die Leitungsgremien des Ordens. Die einzelnen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Krankenhäuser, Hospize und viele andere Werke des Gesundheits- und Sozialsystems sowie die Konvente sind in ihrem Tun und Handeln nicht direkt betroffen. An ihren Namen oder ihrer Rechtspersönlichkeit gibt es keine Änderungen. Ebenso bleibt die Rechtspersönlichkeit der Ordensprovinz erhalten, die in Österreich aufgrund des Konkordats von 1933 die Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts innehat.

Neues Magazin "Misericordia"

Die Ordensleitung bemüht sich darum, das Zusammengehörigkeitsgefühl in der neuen Provinz zu stärken. Die geschieht u.a. auch durch das neue Magazin "Misericordia", das erstmals im Sommer 2025 erschien. Es gibt neben einer deutschen auch eine inhaltlich gleiche Ausgabe in ungarischer und slowakischer Sprache. Das Mitarbeiter-Magazin erscheint vier Mal im Jahr.

Der Orden wolle dadurch mit den Mitarbeitenden in Kontakt bleiben, "und auf viele Fragen gemeinsam eine Antwort suchen", so Provinzial Knopp: "Was gibt es an neuen Überlegungen und Trends im Gesundheits- und Sozialwesen? Was ist in den Einrichtungen und Diensten geschehen? Wo können wir voneinander lernen? Was bewegt im weltweiten Orden und im speziellen in der Region Europa Mitte die Brüder?"

Mit der neuen Ordensprovinz wollten die Barmherzigen Brüder "zukunftsgerichtet unserer kleiner werdenden Gruppe Wege und Möglichkeiten eröffnen und so die Wirksamkeit als Ordenschristen erhalten", so Knopp. Ein kleiner Baustein dabei sei das neue Magazin.

Die Barmherzigen Brüder sind in 55 Staaten mit rund 440 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens auf allen Kontinenten vertreten. Geführt werden die Einrichtungen von weltweit 965 Ordensbrüdern gemeinsam mit etwa 65.000 haupt- und 35.000 ehrenamtlich Mitarbeitenden. (Infos: www.barmherzige-brueder.at)
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen