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Hilfswerk: Christliche Einrichtung in Pakistan von Islamisten bedroht

13.06.2026 10:04
Österreich/Pakistan/Kirche/Religionsfreiheit/Islamisten/CiN
"Christen in Not": Islamistische Gruppen instrumentalisieren aktuellen Nahostkonflikt und schaffen Klima der Angst
Wien, 13.06.2026 (KAP) Von einem zunehmenden Klima der Angst in Pakistan, verursacht von islamistischen Gruppen, die den aktuellen Nahostkonflikt instrumentalisieren, berichtet das Hilfswerk "Christen in Not" (CiN) in seiner aktuellen Ausgabe des Magazins "CIN". Immer wieder werde versucht, die Christen für einen Krieg verantwortlich zu machen, den sie selbst verurteilen. Im schlimmsten Fall diene dies dazu, Gewalt zu legitimieren, so CiN. Zuletzt auch gegen ein vom österreichischen Hilfswerk unterstützten Ausbildungsprojekt für Frauen.

Das Magazin "CIN" berichtet über die pakistanische Ordensfrau Sr. Zakia Jamal, die in Lahore für ihre soziale Arbeit und Bildungsprojekte bekannt ist. U.a. betreibt sie eine Berufsschule, in der mittellose christliche und muslimische Frauen das Handwerk einer Schneiderin erlernen könne. Ziel des Projekts ist es, den Teilnehmerinnen eine neue Perspektive zu eröffnen und Frauen verschiedener Religionen in einem sicheren Umfeld zusammenzubringen, um gegenseitigen interreligiösen Respekt zu fördern. Die Schule wird von CiN unterstützt.

Mittlerweile sei die Ausbildungsstätte mehrmals Ziel von Anfeindungen und Angriffen geworden. Bei einem Einbruch seien vor Kurzem die Eingangstür beschädigt und Nähmaschinen gestohlen worden, die für die Nähausbildung der Frauen vorgesehen waren. Schon davor waren Unbekannte während eines laufenden Kurses in die Schule eingedrungen und hatten Sr. Jamal vorgeworfen, die muslimischen Frauen zur Konversion zum Christentum bewegen zu wollen. Die Eindringlinge forderten die sofortige Schließung der Schule.

Jamal gehört dem Orden Sisters of Charity of Jesus and Mary (Schwestern der Nächstenliebe von Jesus und Maria) an. Sie berichtete, dass sie und ihre Mitschwestern angepöbelt, beleidigt und sogar bespuckt werden. "Aus Sicherheitsgründen muss ich oft auf das Tragen der Ordenstracht in der Öffentlichkeit verzichten. Jeden Morgen überlege ich aufs Neue, ob und wo ich sie an diesem Tag tragen kann", so die Ordensfrau.

Trotzdem wolle sie sich in ihrem Engagement nicht entmutigen lassen. "In einer von islamischem Extremismus geprägten Gesellschaft sind alle Frauen Opfer von Gewalt und Diskriminierung. Frauen, die Minderheiten angehören, müssen auf allen Ebenen Ungerechtigkeit erfahren", so die Ordensfrau: "Als Ordensschwester, ist es vor allem das Mitgefühl Christi, das mich bewegt." Das Nähzentrum sei ein Ort, "an dem wir zusammenkommen, um unsere Erfahrungen und Visionen zu teilen und uns gegenseitig zu stärken und zu ermutigen," so die CiN-Projektpartnerin.

Ähnliche besorgniserregende Entwicklungen wie in Lahore würden auch Projektpartner aus Ägypten und Syrien berichten, heißt es vonseiten des Hilfswerks CiN. Das 1980 gegründete ökumenische Hilfswerk bemüht sich in Österreich und international um Bewusstseinsarbeit für das hohe Gut der Religionsfreiheit. In der Projektarbeit konzentriert sich CiN seit jeher auf Afrika, den Nahen Osten und Asien. Seit 2024 ist man zudem in Peru aktiv. Für ein Projekt in Peru wurde CiN 2025 auch mit dem Intercultural-Achievement Award des Österreichischen Außenministeriums ausgezeichnet.

"Christen in Not" finanziert sich rein über Spenden und ist als Verein ökumenisch aufgestellt. Dem Vorstand gehören u.a. der altkatholische Altbischof Heinz Lederleitner, der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin oder der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura an. Der evangelische Altbischof Herwig Sturm ist Ehrenvorstandsmitglied. Das Hilfswerk hat auch Beobachterstatus im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). (Infos: https://christeninnot.com)
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