Kirchen-Publikumsrat Riedl: Pig muss ORF als wichtiges Medium stärken
12.06.202613:02
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St. Pöltner Caritas-Generalsekretär und Kirchenvertreter im ORF-Publikumsrat: Neuer ORF-Generaldirektor "muss für Kultur sorgen, in der politische Einflussnahme keinen Platz hat" - Berichterstattung über Religion und Ethik "wichtige Säule im öffentlich-rechtlichen Programmauftrag" - Riedl steht als "unabhängiger Kandidat" für Stiftungsrat zur Verfügung
Wien, 12.06.2026 (KAP) Der Vertreter der Katholischen Kirche im ORF-Publikumsrat, Christoph Riedl, hat dem neuen ORF-Generaldirektor Clemens Pig zu seiner Wahl durch den Stiftungsrat gratuliert und ihm alles Gute für seine neue Aufgabe gewünscht. Zugleich dankte der Caritas-Generalsekretär der Diözese St. Pölten und frühere ORF-Journalist der noch bis Jahresende im Amt befindlichen ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher dafür, den ORF in einer schwierigen Situation nach dem Rücktritt von Roland Weißmann übernommen zu haben. "Der neue ORF-Generaldirektor hat gerade angesichts der besonders schwierigen Lage die Aufgabe, den ORF als wichtiges Medium zu stärken", betonte Riedl am Freitag im Interview mit Kathpress. Vor allem müsse Pig "für eine Kultur sorgen, in der politische Einflussnahme keinen Platz hat".
"Der neue Generaldirektor wird daran gemessen, ob er tatsächlich dem ORF verpflichtet ist oder - wie leider im Vorfeld auch zu hören war - ein von der Politik gewünschter Kandidat war", führte Riedl weiter aus, der seit 2022 dem Publikumsrat angehört. Bei den anstehenden Einsparungen und Streichungen müsse die ORF-Leitung "die Berichterstattung über Religion und Ethik weiter als wichtige Säule im öffentlich-rechtlichen Programmauftrag sehen und stärken", betonte Riedl, der sich gleichzeitig auf eine gute Zusammenarbeit mit dem ORF-Generaldirektor im Publikumsrat freut.
Riedl steht für Stiftungsrat zur Verfügung
Angesprochen auf den Rücktritt von Siegfried Meryn aus dem ORF-Stiftungsrat, verwies Riedl darauf, dass der Publikumsrat jetzt gefordert sei, einen neuen Vertreter in das höchste ORF-Gremium zu entsenden. Gleichzeitig kündigte er an, dass er, Riedl, dafür als unabhängiger Kandidat wieder zur Verfügung steht. "Wenn man es mit einer Entpolitisierung der ORF-Gremien ernst meint, kann es keine gremiale 'Erbpacht' auf diese Posten geben", betonte Riedl abschließend.
Clemens Pig wurde nach einer sehr langen Sitzung des Stiftungsrates am Freitag kurz nach Mitternacht zum ORF-Generaldirektor für fünf Jahre gewählt. Auf den früheren APA-Geschäftsführer entfielen 21 der 35 Stimmen. Damit erhielt er bereits im ersten Wahlgang die notwendige Mehrheit. Ex-HBO-Manager Johannes Larcher erhielt sechs Stimmen, der ehemalige ProSiebenSat.1Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker vier Stimmen, ORF-TV-Magazinchefin Lisa Totzauer drei Stimmen und ORF-III-Kogeschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz eine Stimme.
Jahrelang CEO der APA
Pig, geboren am 6. Juli 1974 in Innsbruck, gründete noch während seines Studiums der Politikwissenschaft MediaWatch und analysierte damit Nachrichtensendungen des ORF. Die APA übernahm 2001 den Großteil der Anteile am Marktführer für Medienbeobachtung. 2008 wechselte Pig in die Geschäftsleitung der APA. 2016 stieg er zum Vorsitzenden der Konzerngeschäftsführung auf. Das Amt bekleidete er bis vor Kurzem. Als Generaldirektor des Österreichischen Rundfunks tritt er sein Amt mit 1. Jänner 2027 an.