Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
Sr. Martha Zechmeister
Glaube
Bild Copyright: © ÖOK / Manu Nitsch

Theologin: Höchste Autorität in Kirche kommt den Leidenden zu

13.06.2026 12:10
Österreich/El Salvador/Kirche/Armut/Glaube/Theologie/Zechmeister
Aus Österreich stammende und in El Salvador lehrende Ordensfrau Sr. Zechmeister: Theologie sollte "Teil eines Pilzgeflechts unter der Oberfläche sein, das die Wirklichkeit verändert" - Zechmeister erhält "Theologischen Preis für ein Lebenswerk" der Salzburger Hochschulwochen
Wien/Salzburg, 13.06.2026 (KAP) Die österreichische Theologin und Ordensfrau Martha Zechmeister hat daran erinnert, dass die höchste Autorität in der Kirche nicht dem Papst zukommt, sondern den Leidenden: Religiöser Gehorsam in der Nachfolge Jesu bedeute schließlich nicht, sich blind der Hierarchie zu beugen, sondern sich ganz in den Dienst des leidenden Nächsten nehmen zu lassen, sagte Zechmeister in einem Video-Interview mit dem Wiener Theologen Wolfgang Treitler, das die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien am Samstag auf ihrem Youtube-Kanal veröffentlicht hat (https://www.youtube.com/watch?v=SZm4hNWGa0s). "Unter dieser Autorität der Leidenden stehen alle hierarchischen Instanzen der Kirche - auch der Papst. Und ich glaube, das ist Leo wie Franziskus bewusst", so Zechmeister.

Zechmeister zeichnete in dem Gespräch mit Treitler, dem sie seit über 40 Jahren theologisch wie freundschaftlich verbunden ist, ihren Werdegang von ihrer theologischen Ausbildung in Wien über ihren Ordenseintritt bis hin zu ihrem Schritt nach El Salvador nach, wo sie seit 2009 als Professorin an der Universidad Centroamericana "José Simeón Cañas" lehrt. Anlass des Interviews war u.a. die Verleihung des "Theologischen Preises für ein Lebenswerk" der Salzburger Hochschulwochen. Zechmeister wird den Preis am 5. August in Salzburg im Rahmen der heurigen Hochschulwochen in Empfang nehmen. Die Hochschulwochen würdigen damit Zechmeisters langjährigen Einsatz für die "Option für die Armen" und eine "Mystik der offenen Augen", heißt es in der Jury-Begründung.

Ohne Einsatz für die Leidenden "hast du von Gott keine Ahnung"

Ihren Weg empfinde sie im Rückblick als eine glückliche Fügung und ein "Geschenk": Sie habe "nichts im Leben geplant", ein Schritt habe sich stets aus dem anderen ergeben - "und mit fast 70 darf ich sagen, dass sich alles gefügt hat und sich wirklich eine klare, kohärente Linien durchs Leben geformt hat", so Zechmeister. Besonders dankbar sei sie für wertvolle und prägende Begegnungen - so etwa mit ihrem Mentor an der Universität Wien, dem emeritierten Theologen Johann Reikerstorfer, dem Befreiungstheologen Jon Sobrino und allen voran dem inzwischen verstorbenen Münsteraner Theologen Johann Baptist Metz (1928-2019). Diesem verdanke sich nicht nur die Rede von der Autorität der Leidenden, sondern auch den Ruf in die praktische Nachfolge: "Ohne den engagierten, konkreten, auch politischen Einsatz für die, die unten sind, hast du von Gott keine Ahnung. Punkt."

Theologie sei heute gefordert, durch die Verzweiflung angesichts der Weltlage hindurch zur Hoffnung zu befähigen. "Diese Hoffnung ist immer ein sozialer Akt, eine theologische Tugend. Nie ein einsamer Akt. Alles andere ist Optimismus", so Zechmeister. Auch wenn ein Einzelner die Welt "nicht aus den Angeln heben" werde, so ist die umgekehrte Option - Apathie und Resignation - keine Alternative. "Ich habe als Christin immer einen Handlungsspielraum - und den muss ich nutzen".

Gefragt, ob sie jungen Menschen empfehlen würde, Theologie zu studieren, sagte die Theologin: Sie stelle ihren Studierenden stets zwei Fragen: "Spürst du ein ehrliches Verlangen, Theologie zugunsten der Verletzlichsten und der Schwächsten zu treiben?" und "Hast du die ehrliche Bereitschaft, von jemandem zu lernen, der ganz verschieden ist zu dir?" Wenn die jungen Menschen diese Fragen von Herzen mit Ja beantworten könnten, würde sie ein Theologiestudium empfehlen. So nämlich könnten sie Wirksamkeit nach dem Vorbild eines Myzels entfalten, also "Teil eines Pilzgeflechts unter der Oberfläche sein, das die Wirklichkeit verändert".

Biografische Notizen und Hochschulwochen

Martha Zechmeister wurde 1956 in Kotting/Niederösterreich geboren. Von 1974 bis 1979 studierte sie Theologie und Religionspädagogik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. 1979 trat sie in die "Congregatio Jesu" (Maria-Ward-Schwestern) ein. 1984 wurde sie an der Universität Wien mit einer Arbeit über Ignatius von Loyola promoviert. 1987 legte sie die Ewige Profess ab.

In der Folge lehrte sie u.a. an der Philosophisch-theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten, als Lehrbeauftragte für Spirituelle Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck und als Gastprofessorin an der Universidad Centroamericana "José Simeón Cañas" in El Salvador. 1997 habilitierte sie sich an der Universität Wien mit einer Arbeit über Erich Przywara, für die sie den Kardinal-Innitzer-Förderungspreis für Theologie erhielt.

Im selben Jahr wurde sie zur Außerordentlichen Universitätsprofessorin ernannt. Von 1999 bis 2008 war sie Professorin für Fundamentaltheologie an der Universität Passau. Seit 2009 ist sie Professorin an der Universidad Centroamericana "José Simeón Cañas" und dort seit 2012 Direktorin des Masterstudiengangs Teología Latinoamericana.

Die Hochschulwochen stehen heuer vom 3. bis 9. August unter dem Generalthema "Wer wir sind und sein wollen. Identität: Superkraft und Problemzone". Vortragende sind u.a. der Soziologe Andreas Reckwitz, die Theologin Franca Spies und die Psychologin Isabel Thielmann. (Vollständiges Programm und Anmeldung unter: www.salzburger-hochschulwochen.at)
zurück
Meldungen
Salzburger Hochschulwochen: Theologischer Preis an Martha Zechmeister
Auszeichnung
10.04.2026 17:07
Renommierte Sommeruniversität zeichnet Ordensfrau und Befreiungstheologin aus - Verleihung am 5. August in Salzburg - Hochschulwoche heuer zum Thema "Wer wir sind und sein wollen - Identität: Superkraft und Problemzone"

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen