Kanzler Stocker: "Ein Staatslenker, der Angriffe wie diese gegen Zivilisten und Kulturerbestätten befiehlt, sucht nicht den Frieden und hat kein Interesse an ernsten Verhandlungen"
Wien/Kiew, 15.06.2026 (KAP) Die österreichische Regierungsspitze hat die verheerenden russischen Angriffe auf die Ukraine, bei denen in der Nacht auf Montag auch die Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Kiewer Höhlenkloster in Brand geraten ist, verurteilt. Bundeskanzler Christian Stocker beklagte in einer Stellungnahme die Schäden an einer Weltkulturerbestätte und drückte angesichts der bei den Raketen- und Drohnen-Angriffen getöteten Zivilisten sein Mitgefühl aus. "Ein Staatslenker, der Angriffe wie diese gegen Zivilisten und Kulturerbestätten befiehlt, sucht nicht den Frieden und hat kein Interesse an ernsten Verhandlungen", erklärte Stocker auf X, ohne den russischen Präsidenten Wladimir Putin namentlich zu nennen.
Die EU werde ihrem Druck auf Russland erhöhen und die Ukraine weiterhin unterstützen, fügte Stocker hinzu. Auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger beklagte die Angriffe und machte deren Dimension deutlich: "Das Kiewer Höhlenkloster steht seit fast tausend Jahren. Dort stehen keine Soldaten, keine Waffen", schrieb sie auf Bluesky. "Dieser Angriff richtet sich gegen die Geschichte, Kultur und Identität der Ukraine. Er trifft ein Erbe, das der gesamten Menschheit gehört", so Meinl-Reisinger.
Die Militärverwaltung der ukrainischen Hauptstadt hatte in der Nacht mitgeteilt, die russischen Streitkräfte hätten das zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Kloster nach ersten Erkenntnissen direkt getroffen. Auf Videos und Fotos aus der Nacht war zu sehen, wie Flammen aus dem Gebäude schlagen. Kiewer Medien berichteten am Montagvormittag, dass es Feuerwehrleuten gelungen sei, den Brand am Dach der Kathedrale einzudämmen und die Struktur sowie das Innere des Gotteshauses vor größeren Schäden zu bewahren.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem der bisher schwerwiegendsten "Verbrechen Russlands gegen die christliche Kultur". Russland wies unterdessen die Verantwortung zurück und behauptete, dass eine Luftabwehrrakete die Schäden am Höhlenkloster verursacht habe.
Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine, Metropolit Epifanij, verurteilt russischen Angriff auf Kiewer Höhlenkloster - Hauptkirche in Brand - Das im 11. Jahrhundert gegründete Kiewer Höhlenkloster gehört zum Unesco-Weltkulturerbe