Leo XIV. bei Begegnung mit jüdischer Wohlfahrtsorganisation: Kirche weist jede Form der Diskriminierung oder Verfolgung aus Gründen der Rasse, Hautfarbe, des sozialen Stands oder der Religion zurück
Vatikanstadt, 15.06.2026 (KAP) An das Eintreten der katholischen Kirche gegen jegliche Form des Antisemitismus seit vielen Jahrzehnten hat Papst Leo XIV. erinnert. Bei einer Begegnung mit einer jüdischen Wohlfahrtsorganisation aus New York unterstrich er am Montag im Vatikan, die Kirche weise jede Form der Diskriminierung oder Verfolgung aus Gründen der Rasse, Hautfarbe, des sozialen Stands oder der Religion zurück.
Er erinnerte dabei an Papst Johannes XXIII. (1958-1963) und an das Konzilsdokument "Nostra aetate" von 1965. Es habe "die jedem Mann und jeder Frau innewohnende Würde anerkannt und einen festen Standpunkt gegen Antisemitismus bezogen", so Leo in seiner Ansprache an Mitglieder der United Jewish Appeal-Federation of New York, die er auf Englisch mit "dear friends" begrüßt hatte.
Weiter sagte er im Rückblick auf den vor rund 60 Jahren verabschiedeten Konzilstext "Nostra aetate" über den friedlichen Dialog der Religionen: "In einer von Spaltung und Konflikt gezeichneten Welt hat uns das Dokument eingeladen, über das Unverständnis der Vergangenheit hinauszugehen, hin zu einer Zusammenarbeit um des Gemeinwohls willen." Der damalige Same des Dialogs habe sich inzwischen zu einem "majestätischen Baum" entwickelt, so der Papst.
Auf den seit einigen Jahren spürbaren Stillstand im katholisch-jüdischen Verhältnis ging der Papst nicht ein. Stattdessen betonte er Gemeinsamkeiten zwischen Juden und Christen in der Solidarität mit Armen, Ausgegrenzten und Schutzlosen. Die Bibel zitierend sagte er: "Wenn wir unser Brot mit den Hungrigen teilen und uns um die Bedürftigen kümmern, wird, wie Jesaja formulierte, das Licht des Herrn aufgehen wie die Morgenröte".