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Einflussreicher Kardinal Ruini gestorben: Papst leitet Trauermesse

17.06.2026 13:12
Vatikan/Religion/Papst/Christentum/Leute/Kirche/Politik
Langjähriger Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz starb am Dienstagabend im Alter von 95 Jahren in Rom
Vatikanstadt, 17.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. leitet am Freitag die Trauermesse für Kardinal Camillo Ruini, einen der einflussreichsten Geistlichen Italiens. Der langjährige Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz starb am Dienstagabend im Alter von 95 Jahren in Rom. Die Trauerfeier findet am Freitag um 16.30 Uhr am Cattedra-Altar im Petersdom statt, wie der Vatikan am Mittwoch ankündigte.

Der aus dem norditalienischen Modena stammende Ruini gehörte als Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom von 1991 bis 2008 zu den engsten Mitarbeitern von Johannes Paul II. und später von Benedikt XVI. Zugleich leitete er bis 2007 die Italienische Bischofskonferenz mit ihren fast 200 Diözesen.

Als deren Vorsitzender bestimmte Ruini die Linie der Kirche in Gesellschaft und Politik. In seiner Zeit durchlief Italien große Veränderungen wie den Zerfall der Partei "Democrazia Cristiana", der jahrzehntelangen Verbündeten der katholischen Kirche des Landes. An die Stelle des katholischen Blockdenkens setzte Ruini danach das "kulturelle Projekt" einer kirchlichen Durchdringung von Staat und Gesellschaft jenseits der Parteigrenzen.

Nach dem Niedergang der Christdemokraten Mitte der 1990er Jahre stützte Ruini den langjährigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi (1936-2023). An der Wahl von Joseph Ratzinger zum Papst im Jahr 2005 war Ruini entscheidend beteiligt.

Nach der Emeritierung betraute Benedikt XVI. den Kardinal 2010 mit der Leitung der Untersuchungskommission für die Vorgänge im Marienwallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina. Wiederholt meldete sich Ruini zu aktuellen Vorgängen in Italien zu Wort und trat auch im Ruhestand weiter für eine Beteiligung der Kirche am politischen Diskurs ein.
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