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Medjugorje: Vorbereitungen für Feiern zum 45. Jahrestag

17.06.2026 16:29
Bosnien-Herzegowina/Kirche/Glaube/Religion/Geschichte
Neuntägige Gebetsaktion und Friedensaufrufe begleiten Jubiläumsfeiern in der Herzegowina
Medjugorje, 17.06.2026 (KAP) Der Wallfahrtsort Medjugorje und die sich darauf berufenden religiösen Gruppen in aller Welt bereiten sich derzeit auf die Feiern zum 45. Jahrestag des Beginns der Marienerscheinungen im Jahr 1981 vor, die bis heute täglich andauern sollen, wenn man den Berichten Glauben schenkt. In der herzegowinischen Pfarre hat am Dienstag eine neuntägige Gebetvorbereitung (Novene) gestartet, die sich an die Jungfrau Maria als "Königin des Friedens" wendet und am 25. Juni ihren Ziel- und Endpunkt hat. Wie bereits in den vergangenen drei Jahren, finden dabei Gebete zu verschiedenen Tageszeiten auf dem sogenannten "Erscheinungsberg" Podbrdo und im Rahmen der Abendliturgie bei der Pfarrkirche statt.

Zum Jahrestag werden in Medjugorje traditionell zehntausende Pilger aus aller Welt erwartet. Gemeinsam mit dem Internationalen Jugendfestival (Mladifest) Anfang August handelt es sich dabei um den Höhepunkt des Jahres in der Pfarre, was die Zahl der erwarteten Gläubigen betrifft. Das Fest wird in dem Wallfahrtsort mit einem Friedensmarsch und einer Marienprozession im Rahmen eines Freiluft-Festgottesdienstes gefeiert.

Auch mehrere Gruppen aus Österreich werden zum Jahrestag in Medjugorje erwartet, zudem gibt es an mehreren Orten in Österreich besondere Feiern am 25. Juni. So findet etwa im Wiener "Gebetsgarten am Marchfeldkanal" (21. Bezirk, Lieleggweg 51) ab 17 Uhr ein Gebetsabend statt.

Gebete um Frieden

In Medjugorje waren bei der am Dienstag gestarteten Eröffnung einer nächtlichen Novene auf dem Podbrdo-Hügel mehrere hundert Pilger zugegen, darunter der ukrainische Bischof Jan Sobilo und Marija Pavlovic-Lunetti aus der Gruppe der "Seher". Pavlovic-Lunetti rief zum Gebet um Frieden auf, besonders in der Ukraine, Afrika, im Libanon und im Heiligen Land, jedoch auch "in unseren Herzen und Familien". Am Ende des vom US-Privatsender MaryTV und vom Pfarrsender Media MIR Medjugorje live übertragenen ersten Treffens berichtete Pavlovic-Lunetti von einer Vision und sagte, die Jungfrau Maria habe für Mittwoch zu einem Tag des intensiven Gebetes eingeladen.

Seitens der Pfarre Medjugorje werden die Gebetstreffen mit der Seherin nicht offiziell beworben. Stattdessen werden Rosenkranzgebete am Podbrdo bereits in den Nachmittagsstunden jeweils um 16 Uhr veranstaltet sowie Vorbereitungsgebete im Rahmen der Abendliturgie, geleitet von Pfarrmitgliedern aus verschiedenen Ortsteilen von Medjugorje sowie von dort beheimateten Ordensgemeinschaften, pfarrlichen Gruppierungen und Sozialeinrichtungen.

Mit Blick auf den 45. Jahrestag hat sich auch Ivan Dragicevic, ebenfalls von der Sehergruppe, zu Wort gemeldet. In der in Wien herausgegebenen Zeitschrift "Oase des Friedens" (Ausgabe Juni) weist er darauf hin, es komme nicht darauf an, wie viel Wallfahrten ein Mensch unternehme oder auf sein Glaubenswissen, sondern darauf, das Herz für Gott zu öffnen, ihm die Führung zu übergeben und anderen zu vergeben. Die Botschaften Mariens enthielten einen "Ruf zum Gebet, zur Umkehr, zum Fasten, zum Frieden und zur Rückkehr zum Evangelium", der "heute notwendiger denn je" sei, so Dragicevic.

Wegbereiter für "Nihil obstat"

Präsent sein wird zum Medjugorje-Jahrestag auch das Gedenken an Kardinal Camillo Ruini, der am Dienstag im Alter von 95 Jahren gestorben ist. Der einstige Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz und Generalvikar von Rom leitete im Auftrag von Papst Benedikt XVI. und dessen Nachfolger Franziskus von 2010 bis 2014 die vatikanische Untersuchungskommission zu Medjugorje mit dem Auftrag, "alle Materialien zu sammeln und zu prüfen", was die Berichte zu Marienerscheinungen betrifft, sowie auch die Erarbeitung pastoraler Empfehlungen für den Umgang mit dem Wallfahrtsort.

Die sogenannte Ruini-Kommission kam nach ihrer mehrjährigen Arbeit zu differenzierten Schlussfolgerungen. Berichten zufolge sprach sich eine Mehrheit der Mitglieder positiv für eine Anerkennung der frühen Erscheinungen von 1981 aus, während die Bewertung späterer Phänomene zurückhaltender blieb. Die Ergebnisse wurden der vatikanischen Glaubenskongregation übergeben, die später kein endgültiges Lehrurteil zu den Medjugorje-Erscheinungen fällte.

Papst Franziskus genehmigte in Folge jedoch Wallfahrten in den Ort, setzte einen Apostolischen Visitator für die pastorale Begleitung der Pilger ein - seit 2022 ist dies Erzbischof Aldo Cavalli - und erlaubte in einer "Nihil obstat"-Erklärung 2024 die öffentliche Verehrung der "Königin des Friedens". Gewürdigt wurden darin die positiven pastoralen Früchte des Ortes, wobei jedoch keine Entscheidung über eine Übernatürlichkeit der Erscheinungen bekanntgegeben wurde. Verfügt wurde zudem, dass Botschaften kritisch geprüft werden müssen.
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