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P. Eberhard von Gemmingen SJ 2009 in Wien
Bild Copyright: © kathbild.at/Rupprecht, Franz Josef Rupprecht

Jesuit und "Papsterklärer" Gemmingen blickt zurück auf Lebenswerk

19.06.2026 14:17
Vatikan/Medien/Kirche/Leute/Papst/Auszeichnung/Orden/Gemmingen
Vatican ehrt auch in Österreich bekannten Jesuitenpater mit Orden "Pro Ecclesia et Pontefice"
Vatikanstadt, 19.06.2026 (KAP) Der Vatikan hat den Jesuitenpater Eberhard von Gemmingen (90) für sein Lebenswerk geehrt. Der langjährige Leiter des deutschsprachigen Programms von Radio Vatikan zeigte sich im Gespräch mit "Vatican News" (Freitag) tief bewegt über die Auszeichnung mit dem Orden "Pro Ecclesia et Pontefice" (Für die Kirche und den Papst), die ihm vom Präfekten des Dikasteriums für Kommunikation, Paolo Ruffini, überreicht wurde.

Der heute in München lebende Jesuit leitete von 1982 an 27 Jahre lang die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan, das inzwischen zum Internetportal "Vatican News" gehört. Jahrzehntelang war Gemmingen auch der Mann, der der deutschsprachigen Medienwelt den Papst erklärte. Im Rückblick auf diese Jahre hob der Geistliche im Gespräch mit den vatikanischen Medien die historische Tragweite der letzten Pontifikate hervor.

"Päpste prägen Weltgeschichte"

Darunter rage das Wirken von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) als "Beispiel für gewaltlose Veränderung" besonders heraus. Durch bloße Überzeugungskraft und den wiederholten Aufruf "Habt keine Angst" habe das aus Polen stammende Kirchenoberhaupt den Systemwechsel im Ostblock maßgeblich mitgestaltet und bewiesen, dass Päpste Weltgeschichte im positiven Sinne prägen könnten, so Gemmingen.

Historisch sei Radio Vatikan insbesondere für die Menschen im Ostblock eine elementare Quelle der Ermutigung und der freien Information gewesen. Die christliche Botschaft müsse in der modernen Verkündigung so vermittelt werden, dass sie die Menschen intellektuell anspreche und als packende, geistige Kraft erfahren werde.

Mitgestalter bei der Modernisierung

Bei der Ordensverleihung, die bereits am Dienstag im kleinen Kreis stattfand, hatte der frühere langjährige Vatikansprecher und Leiter von Radio Vatikan, Pater Federico Lombardi (83), an die tiefgreifende technische Modernisierung des Senders erinnert, die Gemmingen mitgestaltet habe.

Inhaltlich bezeichnete Lombardi Gemmingen als einen manchmal unbequemen, aber stets visionären Vordenker. Lombardi führte aus: "Er hat nie zurückgeschaut, sondern immer nach vorn - manchmal auch mit kleinen Provokationen, etwa wenn er im privaten Kreis von der Möglichkeit des Kardinalshuts für Frauen sprach."
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