Just am Weltflüchtlingstag besuchte Leo XIV. den Geburtsort der Schutzpatronin der Migranten. Dabei lobte er nicht nur Francesca Cabrinis Einsatz, sondern nannte Gemeinsamkeiten mit der ersten US-amerikanischen Heiligen.
Sant'Angelo Lodigiano, 20.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat zum entschiedenen Einsatz für Migranten aufgerufen. Das Phänomen der Migration habe heute eine neue komplexe Phase erreicht, sagte er am Samstagabend im norditalienischen Sant'Angelo Lodigiano, Geburtsort der Schutzpatronin der Migranten, Francesca Cabrini (1850-1917). Die Situation heute sei nicht weniger herausfordernd für die Kirche als zu Zeiten der Ordensgründerin.
"Was könnte aktueller sein als ein missionarisches Charisma, das sich in den Dienst von Migranten stellt?", sagte der Papst in der Kirche Santi Antonio Abate e Francesca Cabrini, wo Reliquien der 1946 als ersten US-Amerikanerin heiliggesprochenen Ordensfrau verehrt werden. Er appellierte insbesondere an junge Menschen, Leben und Schriften der Heiligen kennenzulernen. Sie habe sich ganz in den Dienst Gottes und der Migranten gestellt und sich selbst in Slums, Gefängnissen und Bergwerken um sie gekümmert.
Weiter betonte Leo XIV., auch sein Vorgänger Franziskus (2013-2025), Sohn italienischer Einwanderer in Argentinien, habe den Einsatz für Migranten zu einem zentralen Aspekt seines Pontifikats gemacht. Er selbst habe das Thema Liebe zu den Armen übernommen und weitergeführt, so der amtierende Papst. Wo von Nächstenliebe in Form der "Begleitung von Migranten" die Rede sei, erscheine die Gestalt der heiligen Francesca Cabrini, sagte er am Ende seines Halbtagesbesuchs in den Städten Pavia und Sant'Angelo Lodigiano nahe Mailand.
Dreh- und Angelpunkt Chicago
Zudem berichtete der erste US-Amerikaner im Papstamt über einen persönlichen Bezug zur Schutzpatronin der Migranten: Cabrini sei in seiner Heimatstadt Chicago gestorben. "Als ich erfuhr, dass Sant'Angelo Lodigiano nur wenige Kilometer von Pavia entfernt liegt, dachte ich, ich sollte die Gelegenheit nutzen. Und hier bin ich", sagte er unter großem Beifall in der voll besetzten Kirche.
Die Tochter italienischer Bauern gründete 1880 den Orden der Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen. 1889 wanderte sie auf Veranlassung von Papst Leo XIII. in die USA aus, um sich um die Tausenden italienischstämmigen Immigranten zu kümmern. Statt nach China sei sie dorthin gegangen, wo in diesem Moment die Not am größten war, so der Papst.
Sie gründete zahlreiche Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Klöster in den USA und Lateinamerika. 1909 erhielt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft. In Chicago, wo das Mutterhaus ihres Ordens errichtet wurde, starb sie 1917 an Malaria.