Kirchenhistoriker Gerhard Hartmann beschreibt Entstehung, Geschichte und Bedeutung des Österreichischen Cartellverbands (ÖCV) - Wiener Kardinäle Schönborn, König und Innitzer unter Mitgliedern
Wien, 21.06.2026 (KAP) Es ist seit Jahrzehnten ein Standardwerk für alle Mitglieder katholischer farbentragender Studentenverbindungen in Österreich und ist jetzt in seiner fünften Neuauflage erschienen: "Der CV in Österreich" von Gerhard Hartmann gibt Auskunft über Entstehung, Geschichte und Bedeutung des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV) und beschreibt damit eine Geschichte des Verbandskatholizismus, die auf über 180 Jahre zurückblicken kann. Erstmals erschienen ist das historische Handbuch 1977. Wie Hartmann gegenüber Kathpress ausführte, ist die aktuelle Ausgabe "neu konzipiert und durchgehend vierfarbig, um damit das Leserinteresse zu wecken."
Auf insgesamt 320 Seiten findet sich kompakt zusammengefasst das Wirken des größten Akademikerverbandes in Österreich im Blick auf den Politischen Katholizismus, auf das Verhältnis zur katholischen Kirche und auf den universitären Bereich. Ein eigenes Kapitel widmet sich dem "Episkopat und Klerus im CV".
Kirche und ÖCV
Unter den Wiener Erzbischöfen waren bzw. sind Mitglieder von Verbindungen des ÖCV die Kardinäle Theodor Innitzer (Nibelungia, Wien), Franz König (Rudolfina, Wien) und Christoph Schönborn (Rhaeto Danubia, Wien). Von den derzeit amtierenden Bischöfen gehören zum ÖCV der Salzburger Erzbischof Franz Lackner (Babenberg, Graz), der Linzer Bischof Manfred Scheuer (Austria Innsbruck), Militärbischof Werner Freistetter (Theresiana, Wiener Neustadt) und der Wiener Weihbischof Franz Scharl (Nibelungia, Wien)
Der ÖCV kann auch einen Seligen in seinen Reihen verzeichnen: den Praemonstratenser Jakob Kern von der Wiener CV-Verbindung Amelungia. Seine Seligsprechung erfolgte durch Papst Johannes Paul II. bei seinem dritten Österreich-Besuch 1998 auf dem Wiener Heldenplatz.
Das Buch (ISBN 978-3-7666-3915-8) ist im Verlag Butzon & Bercker Kevelaer erschienen. Es kostet 20 Euro.
Kirchenhistoriker und Verleger
Gerhard Hartmann wurde am 21. Juni 1945 in Linz geboren. Er studierte Theologie, Geschichte und Rechtswissenschaften in Wien und wechselte bald nach kurzer Unterrichtstätigkeit in das Verlagswesen. Nach langen Jahren bei der "Styria" (1970-1999) war er ab 2000 Geschäftsführer der "Lahn"-Verlag GmbH in Kevelaer, sowie in der Verlagsleitung bei "Butzon & Bercker". 1990 habilitierte er sich für Neuere Kirchengeschichte mit besonderer Berücksichtigung der kirchlichen Zeitgeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität in Graz, wo er als Privatdozent auch Neuere Kirchengeschichte lehrte.
Der ÖCV ist nach eigenen Angaben mit über 13.000 Mitgliedern der größte Studenten- und Akademikerverband in Österreich. Mit seinen 50 katholischen Studentenverbindungen ist er in allen großen Hochschulstädten des Landes vertreten.