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Heiner Wilmer
Bild Copyright: © Deutsche Bischofskonferenz / Marko Orlovic

Münster hat wieder einen Bischof: Wilmer tritt Amt an

21.06.2026 15:06
(zuletzt bearbeitet am 21.06.2026 um 16:44 Uhr)
Deutschland/Kirche/Personal
Rund 15 Monate war Deutschlands mitgliederstärkste Diözese ohne Bischof. Nun hat Heiner Wilmer das Amt übernommen.
Münster , 21.06.2026 (KAP/KNA) Heiner Wilmer ist der neue Bischof von Münster. Der 65-Jährige hat am Sonntag im vollbesetzten Sankt-Paulus-Dom in Münster sein neues Amt übernommen, wo er mit langem Applaus willkommen geheißen wurde. Damit hat Deutschlands mitgliederstärkstes katholische Diözese nach rund 15 Monaten wieder einen Bischof an der Spitze. Wilmer ist zugleich seit Februar Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

An dem Gottesdienst im Dom nahmen zahlreiche Gäste aus Politik und Kirche teil, unter anderem Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst. Zu Beginn der Feier erinnerte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki daran, dass Wilmer vom Papst in das Amt des Bischofs von Münster berufen worden ist. Nicht durch menschliches Kalkül, sondern durch den Heiligen Geist kämen die Menschen in dieser Stunde zusammen. Die Diözese Münster gehört zur Kölner Kirchenprovinz.

Im Anschluss wurde die päpstliche Ernennungsurkunde übergeben. Dann brachten Gläubige den Bischofsstab des Heiligen Luidger zum Altar - ein Brauch in der Diözese Münster. Sie vertraten eine Gruppe von Laien, die erstmals in Münster an der Vorbereitung der Bischofswahl beteiligt war. Den Stab überreichte dann Wilmers Vorgänger, Bischof Felix Genn.

Erste Predigt nach Amtseinführung

"Unsere Zeit ist unruhig geworden", sagte Wilmer in seiner ersten Predigt als Bischof von Münster. "Wir sind hin- und hergerissen zwischen einem tiefen Verlangen nach Sinn, nach Dauer, nach Ewigkeit - und einer Wirklichkeit, die sich oft im Augenblick verliert." Der Ordensmann ermutigte dazu, sich zum Glauben zu bekennen.

Über das Thema des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche sprach Wilmer nicht direkt. Er erinnerte jedoch an die Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), die aus der Diözese Münster stammt, und ihre Erzählung "Die Judenbuche". Die Stimme von Gewaltopfern berühre auch heute noch, sagte Wilmer. "Es sind die Geschichten von Überlebenden von Machtmissbrauch. Geschichten, die lange nicht gehört wurden. Geschichten, die uns nicht in Ruhe lassen dürfen."

Aufruf zum gesellschaftlichen Zusammenhalt

In einem Grußwort nach dem Gottesdienst rief Ministerpräsident Wüst die Kirche auf, sich Extremisten entgegenzustellen. "Extremisten und Spalter haben es dort immer schwer, wo der Zusammenhalt groß ist", sagte Wüst. Die Kirchen hätten diese Kraft. Neben Wüst war auch die stellvertretende niedersächsische Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg (Grüne) bei der Amtseinführung des Bischofs. Die Glückwünsche der Deutschen Bischofskonferenz überbrachte Wilmers Stellvertreter, Bischof Michael Gerber.

Bislang war Wilmer Bischof von Hildesheim. Sein Vorgänger in Münster, Bischof Genn (76), war im März 2025 altersbedingt zurückgetreten. Die Diözese Münster ist mit rund 1,6 Millionen Katholikinnen und Katholiken die mitgliederstärkste Diözese in Deutschland.

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