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Linz: Große Feier zum 80er der Kroaten-Seelsorge in Oberösterreich

22.06.2026 14:19
Österreich/Kroatien/Migration/Kirche/Glaube/Geschichte
Festgottesdienst im Linzer Mariendom mit 2.500 Gläubigen erinnerte an Anfänge nach dem Zweiten Weltkrieg, die Gastabreiterzeit und die pastoralen Folgen des Balkankrieges
Linz, 22.06.2026 (KAP) Die Kroaten-Seelsorge in Oberösterreich mit Sitz in Linz hat am 21. Juni ihr 80-jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst im Linzer Dom begangen. Die Feier wurde von Bischofsvikar Slawomir Dadas geleitet, Konzelebrant war P. Vjekoslav Lazic, Leiter der Kroatischen Katholischen Mission (HKM) in Oberösterreich sowie zuständiger Seelsorger für Kroaten und kroatische Missionen in Österreich. Der Gottesdienst mit rund 2.500 Mitfeiernden erinnerte an die Entwicklung dieses Seelsorgebereichs in den vergangenen Jahrzehnten sowie an die Anfänge franziskanischer Präsenz in der Region, teilte die HKM Linz mit.

An der Jubiläumsfeier nahmen auch der Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ), der Nationaldirektor für katholische anderssprachige Seelsorge in Österreich, Alexander Kraljic und der kroatische Botschafter Daniel Gluncic teil. Ebenfalls anwesend waren zahlreiche Geistliche, Vertreter kroatischer Vereine sowie weitere Gäste aus Politik und Gesellschaft.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebten 1945 in Österreich rund 1,6 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene, darunter auch zahlreiche Kroaten. Sie wurden in Lagern und Sammelzentren in Oberösterreich untergebracht, etwa in Braunau am Inn, Munderfing, Haid, St. Martin und Asten. In diesen Einrichtungen waren auch kroatische Priester seelsorglich tätig, teils selbst aus der Heimat vertrieben oder bereits zuvor im Ausland im kirchlichen Dienst. Eine intensivere Struktur der Seelsorge entwickelte sich seit der Errichtung des Zentrums Asten bei Linz. Dort übernahm zunächst der Franziskaner P. Pio Frzop die Betreuung, später folgte P. Mirko Covic.

Ab den 1960er-Jahren kamen verstärkt kroatische Gastarbeiter nach Österreich, viele von ihnen wurden später österreichische Staatsbürger. Die österreichischen Diözesen reagierten darauf mit dem Ausbau der Ausländerseelsorge und übertrugen diese zunehmend Ordensgemeinschaften, um eine kontinuierliche Betreuung sicherzustellen. Mit der Ankunft von P. Zlatko Papac aus der kroatischen Franziskanerprovinz der Heiligen Kyrill und Method 1975 begann die sogenannte dritte Entwicklungsphase der Seelsorge in Oberösterreich. Ihm folgten P. Hadrijan Horvat sowie in den frühen 1990er-Jahren P. Josip Tretnjak. Eine weitere Zäsur bildete der neue Zustrom von Flüchtlingen infolge des Balkankrieges in den 1990er-Jahren.
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