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Papst: Es gibt genug Nahrung für alle, doch man "nährt" lieber Kriege

22.06.2026 14:49
Italien/Vatikan/Papst/Internationale Organisation/Hunger/Armut/Konflikte/Krieg/UNO
Bisher zweiter Besuch eines Papstes am Sitz des UN-Welternährungsprogramms in Rom mit Kritik an ungerechter Verteilung
Rom, 22.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat den Teufelskreis zwischen Kriegen, Ernährungskrisen und Migration verurteilt. Vielen Menschen sei nicht bewusst, dass Hunger häufig Ursache für Konflikte sei, die wiederum mehr Hunger verursachten, was in vielen Teilen der Welt zu immer größeren Schwierigkeiten führe, sagte er am Montag in Rom. Dabei hätte die Nahrungsmittelindustrie heute genug Kapazitäten, um alle Menschen zu ernähren.

"Doch allzu oft fließen die Mittel in die Schürung von Kriegen und Konflikten; die Folge ist, dass der Hunger in einigen Teilen der Welt sogar noch zunimmt", beklagte der Papst bei einem Besuch am Sitz des UN-Welternährungsprogramms WFP. Auch die weltweite Migrationskrise sei oft Folge von Konflikten und extremen Hungersnöten, "die Menschen dazu zwingen, ihre Heimat zu verlassen - nicht aus freiem Willen, sondern weil sie es müssen, um zu überleben", gab er zu bedenken.

Der Papst dankte den Mitarbeitenden des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, der größten globalen Hilfsorganisation in Hungerkrisen. Ihre Arbeit, die die Kirche nachdrücklich unterstütze und mit ihren Strukturen vor Ort fördern wolle, sei auch ein Dienst an der Menschenwürde. Es gehe nicht nur um die lebenswichtige Soforthilfe für Hungernde, sondern auch darum, "die tieferliegenden Ursachen des Hungers in Ihren jeweiligen Einsatzgebieten zu erkennen und Lösungen für diese Probleme zu finden", betonte der Papst.

Dies sei besonders wichtig in einer zunehmend polarisierten Welt, in der die Zerstörung menschlicher Beziehungen voranschreite. Zugleich würden neue Technologien oft nicht zum Wohl des Menschen benutzt, sondern dazu, Konflikte und Kriege voranzutreiben, kritisierte Leo XIV. bei einem Gruß vor Mitarbeitenden unter anderem aus dem Senegal, Libanon oder Venezuela.

Zuvor hatte der Papst eine Grundsatzrede gegen den Hunger in der Welt gehalten. Anlass seines Besuchs bei der UN-Einrichtung war die jährliche Sitzung des WFP-Verwaltungsrats, zu der er laut Vatikan-Angaben vom Exekutivdirektor eingeladen worden war. Als erster Papst hatte Franziskus 2016 die Organisation besucht.

Das zu den Vereinten Nationen gehörende WFP wurde 1961 gegründet und leistet humanitäre Hilfe in Krisen und bei Hungersnöten. Im Rekordjahr 2024 gab es dafür 9,6 Milliarden Euro aus und half rund 125 Millionen Menschen in Not. Mit Abstand größter Geldgeber des WFP sind auch unter Präsident Donald Trump die USA mit rund 4 Milliarden Euro, gefolgt von Deutschland mit etwa einer Milliarde Euro.
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