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Bischof Feige: Christliche Politik darf nicht extremistisch sein

22.06.2026 15:51
Deutschland/Religion/Christentum/Gesellschaft/Partei/Wahl
Magdeburger Bischof: AfD spricht Kirche das Christsein ab, bezeichnet sich selbst als "allerchristlichste Partei" und okkupiert damit die Religion - Warnung vor "Verrohung"
Bonn/Magdeburg, 22.06.2026 (KAP/KNA) Der katholische Bischof von Magdeburg beklagt massive Anfeindungen der AfD gegen die Kirche in Sachsen-Anhalt. Bereits in der DDR habe er erlebt, dass die Kirche grundsätzlich in allen Bereichen lächerlich gemacht worden sei, sagte Gerhard Feige laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag im Deutschlandfunk. "Aber in dieser Intensität, wie ich es jetzt erfahre, dass wir lächerlich gemacht werden, beschimpft werden, unter Druck gesetzt werden, da muss ich sagen, das hat schon noch eine andere Qualität bekommen."

Er empfinde es als sonderbar, dass die AfD der Kirche das Christsein abspreche, sich selbst als "allerchristlichste Partei" bezeichne und damit die Religion okkupiere, sagte Feige. Ohne in die Tagespolitik eingreifen zu wollen, sehe er sich zur öffentlichen Wortmeldung verpflichtet, "wenn eine Gesellschaft verbal und mental verroht". Die Kirche müsse sich melden, wenn es um grundsätzliche Werte wie die Menschenwürde eines und einer jeden, um Freiheitsrechte, Toleranz, Anstand und Respekt gehe.

Vor den Landtagswahlen am 6. September versuche die Kirche in Sachsen-Anhalt, über öffentlichkeitswirksame Aktionen das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass eine Wahlentscheidung Konsequenzen für das persönliche und gesellschaftliche Leben habe. "Wir wollen Werte ins Bewusstsein bringen", sagte Feige. Es gehe "um unser gesellschaftliches, unser menschliches Zusammensein".

Allerdings seien viele Leute so festgelegt in ihrer Meinung, dass kein Argument sie überzeuge. Nur wenige läsen das Parteiprogramm, um sich ein Bild zu machen. Stattdessen folge man eher allgemeinen Stimmungen. Das erschwere, wirklich ins Gespräch zu kommen.

Christliche Politik ist laut Feige nicht auf eine Partei festgelegt: Das Christliche habe verschiedene Facetten. Es könne konservativ, liberal, sozial, ökologisch, lokal oder universal sein, "nur eben nicht extremistisch", so der Bischof.

Heimat bedeute für den Bischof das Zusammenleben von vielen Menschen unterschiedlicher Kulturen, das man gestalten müsse. Mit Blick auf die Haltung der AfD zum Islam sagte Feige, es sei bedrohlich, dass sie sich anmaße, das Grundrecht der Religionsfreiheit einzuschränken. Er selbst sei dankbar und froh, "dass wir mit jüdischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen, mit muslimischen und auch anderen Religionen oder hier auch mit ausländischen Christen verschiedener Kirchen gut zusammenleben können".
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