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Sudan: Katholischer Priester in Nuba-Region getötet

23.06.2026 09:39
(zuletzt bearbeitet am 23.06.2026 um 09:40 Uhr)
Sudan/Konflikte/Krieg/Mord/Kirche
Getöteter war seit 30 Jahren Pfarrer in der Konfliktregion - Vermutung eines Vergeltungsaktes der Befreiungsarmee für Anzeige eines Diebstahls
Khartum, 23.06.2026 (KAP) Im Sudan ist der katholische Priester Youhanna Al-Amin getötet worden. Der Pfarrer betreute seit mehr als 30 Jahren die Gemeinde in Kauda in den Nuba-Bergen und war trotz der eskalierenden Gewalt in der Region bei den Gläubigen geblieben. Nach Angaben des Hilfswerks Kirche in Not wurde Al-Amin am 19. Juni gemeinsam mit zwei weiteren Personen ermordet. Lokalen Quellen zufolge könnte die Tat ein Vergeltungsakt gewesen sein, nachdem der Geistliche den Diebstahl von Medikamenten angezeigt hatte, die für die Bevölkerung bestimmt waren.

Wie die Zeitung Sudan Now berichtete, sollen Mitglieder einer Fraktion der Sudanese People's Liberation Movement-North (SPLM-N) hinter dem Verbrechen stehen. Neben dem Priester kamen demnach auch der Lagerverwalter sowie der Hausmeister der Pfarre ums Leben. Die Tat ereignete sich vor dem Hintergrund monatelanger Spannungen in den Nuba-Bergen, wo es seit März zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Fraktionen der Bewegung kommt. Hunderte Menschen wurden dadurch vertrieben.

Als Ursachen der Gewalt gelten langjährige Konflikte um Landrechte und Verwaltungsgrenzen, insbesondere in der Region Otoro. Die SPLM-N entstand 2011 nach der Unabhängigkeit des Südsudan und kämpfte zunächst gegen die sudanesische Regierung. Seit ihrer Spaltung im Jahr 2017 kontrolliert die von Abdelaziz al-Hilu geführte Fraktion große Teile der Nuba-Berge. Lokale Vertreter werfen der Bewegung vor, sich Land gewaltsam aneignen zu wollen, während diese Teilen der Bevölkerung Widerstand gegen ihre Autorität vorhält. Als Zentrum der Nuba-Berge hat sich Kauda zu einem Brennpunkt der Spannungen entwickelt.
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