300. Jahrestag der Heiligsprechung des polnischen Jugendpatrons beginnt mit Pilgersegen durch Erzbischof Grünwidl - Teilnehmer erinnern an Lebensstationen des Heiligen und beten um Berufungen
Wien, 23.06.2026 (KAP) Mit einem feierlichen Segen durch den Wiener Erzbischof Josef Grünwidl beginnt am 4. Juli in Wien eine rund zehnwöchige Fußwallfahrt nach Rom, die dem heiligen Stanislaus Kostka (1550-1568) gewidmet ist. Anlass ist das 300. Jubiläum seiner Heiligsprechung im Jahr 1726. Die Pilger stammen überwiegend aus der polnischen Diözese Plock und wollen auf ihrem Weg insbesondere um neue Priester- und Ordensberufungen beten.
Der Auftakt erfolgt um 9 Uhr in der Stanislaus-Kostka-Kapelle in der Wiener Kurrentgasse 2. Die Kapelle befindet sich an jener Stelle, an der der junge polnische Adelige zwischen 1565 und 1567 lebte. Anschließend wird um 10 Uhr in der gleich benachbarten Kirche Am Hof eine deutsch-polnische Messe gefeiert, geleitet vom Bischof von Plock, Szymon Stulkowski. Danach brechen die Pilger gemeinsam zur ersten Etappe ihrer Wallfahrt auf.
Die rund 1.700 Kilometer lange Route orientiert sich an jenem Weg, den Stanislaus Kostka im Jahr 1567 selbst zurücklegte. Nachdem er gegen den Willen seiner Familie den von Visionen genährten Wunsch verspürte, Jesuit zu werden, verließ er Wien zu Fuß und gelangte über Augsburg und Dillingen - wo ihn der dortige Provinzial Petrus Canisius empfing - nach Rom. Dort wurde er vom damaligen Ordensgeneral Francesco Borgia in das Noviziat der Gesellschaft Jesu aufgenommen. Bereits zehn Monate später starb er am 15. August 1568 im Alter von nur 17 Jahren. Seine Heiligsprechung erfolgte am 31. Dezember 1726 durch Papst Benedikt XIII.
Staffel mit Stationen in Pfarren
Die Wallfahrt ist als eine Art Staffel organisiert. Vom 4. Juli bis 14. September wechseln sich unterschiedliche Gruppen ab, darunter Jugendliche, Seminaristen, Ordensschwestern, Priester und Bischöfe. Die Teilnehmer folgen historischen Pilgerwegen wie dem Jakobsweg und der Via Romea Germanica durch Österreich, Süddeutschland und Italien. Geplant sind Besuche in mehr als 70 Pfarren in denen gemeinsam für geistliche Berufungen gebetet werden soll.
Die Österreich-Etappen der Pilgerreise führen zunächst von Wien über Purkersdorf, Maria Anzbach, St. Pölten, Melk, Grein und Mauthausen nach Linz sowie weiter über das Innviertel bis an die Grenze zu Bayern bei Kirchdorf am Inn bzw. Richtung Altötting, mit Tagesetappen zwischen 20 und 30 Kilometer. Ein weiterer österreichischer Abschnitt folgt im Alpenraum: Anfang August führt die Route durch Tirol über Garmisch-Partenkirchen, Scharnitz und Zirl bis zum Brennerpass, wo Österreich verlassen und die Reise Richtung Italien fortgesetzt wird.
Den Abschluss bildet am 15. September eine Messe am Grab des Heiligen in der römischen Kirche Sant'Andrea al Quirinale. Dort ruhen die sterblichen Überreste des polnischen Nationalheiligen, der bis heute als Schutzpatron der Jugend, der Ministranten, der Novizen sowie der Kranken und Sterbenden verehrt wird. In Wien erinnert die Stanislaus-Kostka-Kapelle als bedeutendste österreichische Gedenkstätte an sein Leben und Wirken.
Leuchtendes Vorbild
Bischofsvikar Dariusz Schutzki bezeichnete in einer Einladung an Pfarren im Vikariat Wien-Stadt Stanislaus Kostka als "Patron der Jugend und leuchtendes Vorbild für junge Menschen, die ihren Glauben mutig leben und auf Gottes Ruf hören möchten". Die Wallfahrt solle junge Menschen ermutigen, sich offen mit ihrer Berufung auseinanderzusetzen und den Glauben bewusst zu leben. (Info: https://kostka300.pl/de/pilgerreise)