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Gaza-Stadt: Patriarchen segnen bei Besuch neue Malteser-Klinik

23.06.2026 14:17
Palästina/Kirche/Krankenhaus/Ökumene/Gesundheitseinrichtung/Krise/Wiederaufbau/Fußball
Kardinal Pizzaballa und Patriarch Theophilos auf Solidaritätsbesuch - Neu errichtetes Spital soll künftig bis täglich zu 100 Patienten behandeln
Gaza-Stadt, 23.06.2026 (KAP) Im Zeichen kirchlicher Solidarität mit der Bevölkerung von Gaza haben der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, und der griechisch-orthodoxe Patriarch Theophilos III. am Montag und Dienstag einen umfangreichen Besuch in der Küstenenklave absolviert. Im Mittelpunkt stand die Segnung einer neuen Malteser-Klinik, die künftig die medizinische Versorgung in einem weitgehend zusammengebrochenen Gesundheitssystem unterstützen soll.

Die Einrichtung wurde in Kooperation zwischen dem Malteserorden und dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem geschaffen. Nach Angaben des Malteser-Hilfsdienstes sollen dort rund dreißig Mitarbeitende - darunter Ärzte, Pflegekräfte und Apotheker - täglich bis zu hundert Patientinnen und Patienten behandeln. Die Aktivitäten werden von Malteser International koordiniert und von mehreren internationalen Partnern sowie kirchlichen Einrichtungen unterstützt.

Die Klinik richte sich insbesondere an kranke, erschöpfte und traumatisierte Menschen in einem Umfeld, in dem laut medizinischer Leitung "sechzig Prozent der Gesundheitseinrichtungen vollständig zerstört" und viele weitere schwer beschädigt sind, hieß es. "Die hygienischen Verhältnisse sind extrem schlecht und Hautkrankheiten breiten sich aus", berichtete der medizinische Leiter der Klinik, Ali Ibrahim Al-Musaddar. Nahezu die gesamte Bevölkerung sei wiederholt vertrieben worden und auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Der Großhospitalier des Malteserordens, Josef Blotz, betonte: "Diese Klinik wird Menschen in Not lebensrettende medizinische Versorgung bieten. Sie wird ihnen zudem zeigen, dass sie nicht vergessen sind."

Projekte, Gläubige und Fußball-WM

Der Besuch der Kirchenvertreter umfasste mehrere Stationen in Gaza. Die Delegation wurde zunächst in der griechisch-orthodoxen Porphyrius-Kirche empfangen, wo die Patriarchen die Gläubigen segneten und ihnen Worte der Ermutigung zusprachen. Anschließend besuchten sie die katholische Pfarre zur Heiligen Familie, beteten gemeinsam mit der Gemeinde und trafen Lehrkräfte sowie Familien.

Im Rahmen des Besuchs wurden auch weitere soziale und pastorale Projekte besichtigt. Dazu gehörten ein im Aufbau befindlicher Schul- und Kindergartenstandort des Patriarchats, der künftig bis zu 180 Kinder aufnehmen soll, sowie eine kirchliche Klink. Bei einem Besuch an der Islamischen Universität von Gaza sprach Pizzaballa vor überwiegend muslimischen Studierenden über interreligiösen Dialog und gemeinsame Werte; gemeinsam mit dem Rektor wurde ein Olivenbaum als Friedenssymbol gepflanzt.

Den Abschluss des Tages bildeten ein Rosenkranzgebet und eine Messe in der Pfarre zur Heiligen Familie, bei denen der Patriarch auch den konkreten Sorgen der Menschen zuhörte. Der aus Argentinien stammende Ortspfarrer Gabriel Romanelli, der den Besuch in seinem Videoblog anschließend als "spektakulären Tag" bezeichnete, berichtete im Anschluss außerdem, er habe abends gemeinsam mit Kardinal Pizzaballa die Übertragung des WM-Fußballspiels zwischen Argentinien und Österreich verfolgt.
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