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Caritas Hitze-Hilfe
Hilfswerke und Pfarren
Bild Copyright: © Caritas / KLAUS PICHLER

Klimaoasen und Hitze-Schutzpakete für Bedürftige

24.06.2026 07:00
Österreich/Kirche/Hilfsorganisation/Obdachlosigkeit/Armut/Wasser/Klimaerwärmung/Soziales
Hilfsorganisationen bieten Hilfe für obdachlose und armutsbetroffene Menschen und bitten Bevölkerung um Mithilfe - Im Notfall 144 anrufen
Wien, 24.06.2026 (KAP) Österreich erlebt derzeit eine intensive Hitzewelle mit Temperaturen deutlich über 30 Grad. In den kommenden Tagen soll die Hitze weiter zunehmen, vielerorts werden Spitzenwerte von bis zu 38 Grad erwartet. Besonders gefährlich sind die hohen Temperaturen für ältere Menschen, Babys und Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke sowie obdachlose Menschen und Personen, die in schwierigen sozialen Verhältnissen leben. Die Caritas bietet daher in mehreren Bundesländern Klimaoasen, kühle Aufenthaltsorte und ein Hitze-Schutzpaket für Menschen in belastenden Lebenssituationen an. Zudem fordert die Hilfsorganisation einen nationalen Hitzeplan der Regierung.

"Obdachlose Menschen sind der Hitze meist schutzlos ausgeliefert. Und auch Menschen mit niedrigem Einkommen leben oft in beengten, schlecht isolierten Wohnungen und können den extremen Temperaturen kaum entfliehen", so der Wiener Caritas-Direktor Klaus Schwertner. "Die Klimakrise ist längst auch eine soziale Krise", so Schwertner. Notwendig seien vor allem Maßnahmen zum Schutz besonders gefährdeter Menschen - etwa hitzebeständiger Wohnraum, mehr Grünflächen und frei zugängliche kühle Räume in Städten.

Im Notfall 144 anrufen

In den 24 Klimaoasen in Wien und Niederösterreich betreuen rund 500 Freiwillige gemeinsam mit Pfarren die kühlen Rückzugsorte. Dort werden kalte Getränke und kleine Mahlzeiten verteilt. Streetwork-Teams sind mit Hitzepaketen - bestehend aus Trinkwasser, Sonnenschutz und Sommerschlafsäcken - unterwegs und informieren über Hilfsangebote wie die Klimaoasen. Auch der Louisebus, "die rollende Ordination der Caritas", ist an fünf Tagen die Woche mit freiwilligen Ärztinnen und Ärzten unterwegs, um Menschen zu versorgen.

Auch die Bevölkerung wird um Mithilfe und Aufmerksamkeit gebeten. Im Sommer sei es oft schwieriger, gesundheitliche Notfälle zu erkennen. "Bei der Gruft können Schlafplätze und Aufenthaltsorte obdachloser Personen auch im Sommer gemeldet werden. Im Notfall gilt immer: Bitte die Rettung unter dem Notruf 144 verständigen", informierte Lis Pichler, Leiterin der Gruft.

Ebenso appellieren die VinziWerke an die Bevölkerung: "Wenn Ihnen Menschen auffallen, die desorientiert oder schwach wirken, sprechen Sie sie an und rufen Sie bitte im Zweifelsfall immer die Rettung", so Amrita Böker, Geschäftsführerin der VinziWerke. In den mittlerweile 40 Einrichtungen der VinziWerke in der Steiermark, Wien und Salzburg finden täglich bis zu 450 Personen Unterkunft und 1.700 Personen werden mit Essen und Lebensmitteln versorgt.

Klimaoasen und Duschmöglichkeiten in der Steiermark

Auch die Caritas Steiermark bietet Klimaoasen und Wegweiser zu kühlen Orten. Informationen zu Trinkbrunnen und die Ausgabe von Hitzepaketen helfen Menschen ohne Obdach oder jenen, die in schlecht isolierten Wohnungen leben, die heißen Tage zu überstehen. So bietet in Graz die klimatisierte Bahnhofsmission (Tageszentrum am Bahnhof) täglich von 9 bis 17 Uhr Schutz vor der Hitze. Gäste erhalten gekühlte isotonische Getränke sowie eine Jause und haben die Gelegenheit zu duschen. Bei Bedarf gibt es ein Hitzepaket, bestehend aus einer Kappe und einer Sonnenbrille, einer Trinkflasche mit Karabiner, Sonnencreme sowie Insektenschutzmittel.

"So können wir auch außerhalb der Einrichtung Menschen helfen, sich vor der Hitze zu schützen", erklärt Fabian Dankl vom Team der Bahnhofsmission.

Duschen ist vormittags auch im Marienstüberl möglich. Im Tageszentrum Mesnergasse können sich Menschen ebenfalls im Schatten aufhalten und erhalten gekühlte Getränke. Die Notschlafstelle Arche 38 ist während der Hitzezeiten auch tagsüber von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Es gibt einen gekühlten Raum und eine Duschmöglichkeit. Zusätzlich findet sich auf verteilten Flaschen ein QR-Code, der zu einem Wegweiser zu Trinkbrunnen der Holding Graz sowie zu jenen Betrieben in der steirischen Landeshauptstadt führt, wo Menschen ihre Wasserflaschen auffüllen können.

INN-Oasen in Tirol

Die Caritas Tirol will Menschen in Innsbruck künftig neue "INN-Oasen" zur Verfügung stellen. Die Klimaoasen in kühlen Innenräumen, schattigen Gärten oder klimatisierten Foyers von Pfarren, Klöstern und Firmen sollen in der Hitze des Sommers kostenlose und niederschwellige Rückzugsorte bieten, vor gesundheitlichen Risiken schützen, Einsamkeit bekämpfen und den Zusammenhalt fördern. Die INN-Oasen werden über das Freiwilligenzentrum der Caritas betreut und vom Land Tirol sowie der Stadt Innsbruck finanziell unterstützt. Sie ergänzen die aktuell zwölf "Cooling Zones" mit Trinkwasser- und meist auch Toilettenzugang der Stadt, die im Rahmen des Hitzeaktionsplans eingerichtet wurden.

Die erste INN-Oase wurde Anfang Juni im Caritas-Integrationshaus in der Gumppstraße 71 präsentiert. Sie ist jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Weitere "INN-Oasen" gibt es u.a. im Widumgarten St. Nikolaus (sonntags 10 bis 12 Uhr), bei den Barmherzigen Schwestern in der Sennstraße (freitags 14 bis 17 Uhr) oder vor dem Widum in Mühlau.

Schutz vor Dehydrierung

Auch die Caritas der Diözese Eisenstadt unterstützt im Burgenland obdachlose Menschen während der Hitzeperiode. Das Burgenland zählt zu den Regionen Österreichs, die besonders stark von steigenden Temperaturen betroffen sind. Die Zahl der Hitzetage über 30 Grad nimmt seit Jahren deutlich zu und obdachlose Menschen schlafen bei diesen Temperaturen in Zelten oder direkt im Freien. Die Gefahr von Dehydrierung und Hitzschlag sei dadurch akut.

Die Hilfsorganisation bittet über ihren Shop um Spenden, die in den Kauf von kühlen Getränken, Trinkflaschen und wichtigen Hilfsmitteln fließen. Diese werden an Menschen auf der Straße und in Einrichtungen wie dem Zufluchtsdorf und den Notschlafstellen verteilt.

Hitzehilfen für Obdachlose und Kinder in Oberösterreich

Die Caritas Oberösterreich hilft mit Erfrischungen und Getränken in den Wärmestuben, stellt Trinkflaschen bereit und unterstützt mit Ausrüstung wie Sommerschlafsäcken, Isomatten und Decken für die Nacht. Damit erhalten obdachlose Menschen Schutz vor den besonderen Belastungen des Lebens auf der Straße - etwa vor Hitze, Mücken, starken Temperaturschwankungen und plötzlichem Regen.

Auch für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen, die unter Hitzestress, Langeweile und sozialer Isolation leiden, sammelt die Caritas OÖ Spenden. Damit werden Betreuung und Ausflüge, etwa ein Tag im Freibad oder am See, sowie Eisrationen finanziert.
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