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Laienpredigt: Unmut bei deutschen Verbänden für abgelehnte Erlaubnis

24.06.2026 10:55
Deutschland/Vatikan/Kirche/Theologie/Gottesdienst/Predigt/Laien
Katholilken-Komitee fordert von Bischöfen Einsatz für Sonderregelung - Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands sieht Kritik an mangelnder Gleichberechtigung bestätigt
Bonn, 24.06.2026 (KAP/KNA) Mit Enttäuschung haben katholische Laienverbände in Deutschland auf den am Dienstag veröffentlichten Bescheid aus Rom reagiert, mit dem der Vatikan den deutschen Bischöfen ausdrücklich untersagt, Laien in Messfeiern predigen zu lassen. Das Schreiben des zuständigen Kurienkardinals Arthur Roche vom Dikasterium für die Gottesdienste und die Sakramentenordnung war die Antwort auf eine an die Kirchenleitung gerichtete Bitte des Bischofskonferenz-Vorsitzenden Heiner Wilmer, nichtgeweihten Männern und Frauen mit theologischer Vorbildung die Predigt in der Messe zu erlauben. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erklärte, man erwarte von den deutschen Bischöfen dennoch eine Sonderregelung für Laien.

Die ZdK-Vorsitzende Irme Stetter-Karp betonte, man sei an dem Antrag "nicht beteiligt" gewesen. Fest stehe, dass der "Synodale Weg" der katholischen Kirche in Deutschland den Text "Verkündigung des Evangeliums durch Lai*innen in Wort und Sakrament" im März 2023 auch mit hoher Beteiligung der Bischöfe beschlossen habe. "Wir erwarten also, dass sich die deutschen Bischöfe Rom gegenüber erneut zu ihrer inhaltlichen Position in der Sache bekennen, Argumente stärken und das Schreiben Kardinal Roches in keinem Fall als Entmutigung lesen", erklärte Stetter-Karp.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) wertete die Antwort aus Rom als "weiteres Zeichen für die mangelnde Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche". "Solange Frauen trotz ihrer Kompetenz, ihrer Berufung und ihres Engagements von zentralen Diensten ausgeschlossen bleiben, verliert die Kirche weiter an Glaubwürdigkeit", sagte Ruth Fehlker, Geistliche Leiterin des kfd-Bundesverbandes.

"Die Entscheidung zeigt erneut, wie groß die Kluft zwischen den pastoralen Realitäten vieler Ortskirchen und den Vorgaben aus Rom ist", so Fehlker. "Die Frage ist längst nicht mehr, ob Frauen zur Verkündigung befähigt sind. Die eigentliche Frage lautet, warum die Verantwortlichen in Rom die Charismen und Berufungen von Frauen und Männern weiter ignorieren."

Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" nannte die Absage des Vatikans eine "völlig realitätsferne Prinzipienentscheidung". Schon angesichts der Überalterung der Priester in Deutschland und des minimalen Nachwuchses "würde die strikte Anwendung dieser Regel zu einem weiteren Verschleiß der noch vorhandenen Kleriker und zu einem Ausbluten von Pfarren und Gemeinden führen", erklärte die Initiative.

Der Anfrage von Bischof Wilmer war eine entsprechende Forderung des deutschen Kirchenreformprojekts "Synodaler Weg" vorausgegangen. Die von ihm kontaktierte Gottesdienstbehörde im Vatikan berief sich auf das allgemeine Kirchenrecht, nach dem die Bibelauslegung in Messfeiern "als integraler Bestandteil der Liturgie einem Priester oder Diakon vorbehalten" sei. Begründet wird dies damit, dass Verkündigungstätigkeit und Feier der Sakramente inhaltlich zusammenhingen und somit beide Formen der geistlichen Amtsausübung darstellten. Eine Ausnahme könne es auch "bei Vorliegen schwerwiegender pastoraler Erwägungen" nicht geben, hieß es in dem von Kurienkardinal Roche unterzeichneten Schreiben.

Der Vatikan erinnerte in dem Zusammenhang an die Verpflichtung der geweihten Amtsträger zu ständiger Weiterbildung. Es gelte, die "realen Herausforderungen" anzuerkennen, die oft die Qualität der Predigten beeinträchtigten. Die Verantwortung für das Bildungsniveau der Kleriker liegt bei den Ortsbischöfen.
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