Leo XIV. verweist in Generalaudienz-Ansprache auf Konzilstexte und deren Festlegung, Wortgottesdienst und Eucharistiefeier machten "einen einzigen Kultakt" aus
Vatikanstadt, 24.06.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat das grundlegende dogmatische Argument gegen die Laienpredigt in der katholischen Messe wiederholt. Bei der Generalaudienz am Mittwoch im Vatikan sagte er vor mehreren tausend Pilgern aus aller Welt unter Verweis auf das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965): "Wenn wir an der Eucharistiefeier teilnehmen, sind wir eingeladen, das Wort Gottes zu hören und uns am Tisch des Herrn zu nähren, wo er selbst sich dem Vater darbringt."
Und weiter: "Diese beiden Teile der Messe, die Liturgie des Wortes und die Liturgie der Eucharistie, sind so eng miteinander verbunden, dass sie einen einzigen Kultakt ausmachen." Mit demselben Argument hatte, wie am Dienstag bekannt wurde, der Vatikan unlängst einen Antrag der Deutschen Bischofskonferenz abgelehnt, die um eine Sondererlaubnis für die Laienpredigt gebeten hatte. Das Thema Laienpredigt sprach der Papst in seinen Ausführungen allerdings nicht unmittelbar an.
In der ablehnenden Antwort der vatikanischen Behörde für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung an die deutschen Bischöfe hieß es: "Wort und Sakrament sind in der Eucharistiefeier untrennbar miteinander verbunden. Folglich obliegt die Verkündigung des Wortes im Rahmen der liturgischen Handlung, und vor allem in der Homilie, kraft des Weihesakraments dem geweihten Amtsträger und kann nicht delegiert werden."
Der Papst machte seine Ausführungen am Mittwoch im Rahmen seiner Generalaudienz-Katechesen-Reihe zu Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) während einer Abhandlung über den Text "Sacrosanctum Concilium". Mit diesem Dokument hatte das Konzil 1963 die bis heute gültigen Grundlagen der katholischen Messfeier festgelegt.
Was das Hören und Vertiefen der Bibeltexte in der Liturgie anlangt, stellte der Papst klar, "dass es nicht nur darum geht, intellektuelles Wissen über die Heilige Schrift zu erwerben". Christen seien aufgerufen, das "lebendige und wirksame" Wort Gottes zu empfangen, das sich zugleich an die ganze Kirche und an jeden Einzelnen richte. Dieses Wort nähre und stärke gemeinsam mit dem eucharistischen Brot und führe zum neuen Leben in Christus.
Leo XIV. erinnerte zudem an die ekklesiale Dimension der Eucharistiefeier. Das eucharistische Opfer werde nicht allein durch den Priester, sondern in Verbundenheit mit der ganzen versammelten Gemeinde dargebracht. Die Eucharistie sei daher Ausdruck des gemeinsamen geistlichen Handelns aller Getauften und auf die Vollendung des Reiches Gottes ausgerichtet.
Der Papst sprach zudem von der Eucharistie als "Brot für den Weg", das die Gläubigen stärke und auf das endgültige Ziel der Gemeinschaft mit Gott hinführe, "bis zu jenem seligen Tag, an dem Gott alles in allen sein wird". Die Feier solle die Gläubigen innerlich verwandeln und sie zu einem Leben aus dem Glauben führen, das sich im Alltag bewähre.
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Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hatte um Sondererlaubnis gebeten, auch nicht geweihten Männern und Frauen mit entsprechender theologischer Vorbildung die Predigt in der Messe zu erlauben