Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
Großerzbischofs Swjatoslaw Schewtschuk, Ukrainische Griechisch-katholische Kirche
Bild Copyright: © pulling

Kiewer Großerzbischof: Russland schürt nationale Egoismen in Europa

24.06.2026 14:54
Ukraine/Russland/Vatikan/Krieg/Diplomatie/Kirche/Konflikte/Geschichte/Papst
Griechisch-katholisches Kirchenoberhaupt Schewtschuk: Christliche Solidarität als Grundlage für Versöhnung, Frieden und geeintes Europa sowie als Gegenmittel gegen Propaganda
Kiew/Warschau, 24.06.2026 (KAP) Scharfe Kritik an Russland bezüglich dessen Einwirken auf die europäischen Gesellschaften hat das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine (UGKK), Sviatoslav Schewtschuk, geäußert. Russland stehe nicht nur im Krieg mit der Ukraine, sondern versuche auch gezielt, historische Konflikte zwischen den Völkern neu zu beleben und nationalistische Spaltungstendenzen in Europa zu fördern, sagte der Kiewer Großerzbischof im Interview der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI. Europa sei gut beraten, darauf mit Rückbesinnung auf jene christliche Solidarität zu antworten, die Johannes Paul II. vorgelebt und gelehrt habe, so Schewtschuk anlässlich des 25. Jahrestages von dessen Papstbesuch in der Ukraine.

Schewtschuk zufolge versucht Moskau, jene alten Wunden zwischen europäischen Nationen wieder aufzureißen, "die Johannes Paul II. zu heilen versuchte: zwischen Deutschen und Franzosen, zwischen Polen und Deutschen, zwischen Ukrainern und Polen" und alle "erneut spalten". Dabei verfolge Russland eine Strategie, die auf die Förderung nationaler Egoismen und radikaler politischer Positionen setze. Nach Darstellung des Großerzbischofs finanziere Russland heute "alle ultranationalistischen Parteien in Europa".

Vor diesem Hintergrund warnte der Kiewer Kirchenführer vor einer zunehmenden Polarisierung in Europa. Insbesondere mit Blick auf die polnisch-ukrainischen Beziehungen sprach er von einer Wiederbelebung nationalistischer Reflexe. Durch die Wiederkehr des nationalen Egoismus werde gegenseitiges Zuhören und Verstehen erschwert.

Heilmittel gegen nationalen Egoismus

Als Gegenmodell und "Heilmittel" gegen den nationalen Egoismus verwies Schewtschuk auf die christliche Solidarität, welche Johannes Paul II. immer wieder während seines Pontifikats eingefordert habe. "Wir müssen klüger sein als all jene, die heute versuchen, solche Stimmungen anzuheizen", so der Großerzbischof.

Den historischen Papst-Besuch im Juni 2001 nannte er rückblickend einen "Wendepunkt" für das Selbstverständnis des Landes. Er habe "den Ukrainern, dem ukrainischen Staat und ganz Europa gezeigt, dass die Ukraine und ihr Volk existieren", sagte Schewtschuk. Der Papst habe der Ukraine internationale Sichtbarkeit verliehen und die Eigenständigkeit ihrer Geschichte, Kultur und Sprache unterstrichen.

Solidarität stärker als Propaganda

Wichtig sei zudem die Versöhnungsarbeit des polnischen Papstes gewesen, allen voran zwischen Ukraine und Polen: "Johannes Paul II. bat die Ukrainer im Namen der gesamten katholischen Kirche um Vergebung für die Fehler der Vergangenheit", sagte Schewtschuk. Sein eigener Vorgänger als Großerzbischof, Kardinal Lubomyr Husar (1933-2017), habe seinerseits "auch das polnische Volk um Vergebung für alles Leid gebeten, das ihm durch Ukrainer zugefügt wurde". Ähnlich habe Johannes Paul II. auch die Aussöhnung zwischen anderen europäischen Nationen, die durch die Konflikte des 20. Jahrhunderts geprägt worden seien, vorangetrieben. Seine Botschaft sei auch heute von großer Aktualität.

Der Papstbesuch vor 25 Jahren sei deshalb auch ein "Akt gegenseitiger Vergebung, eine Heilung der Erinnerung und ein Manifest christlicher Solidarität" gewesen. Diese Solidarität müsse heute erneut Orientierung geben. Sie könne, so der Kirchenführer, "zu einem Impfstoff gegen die Moskauer Propaganda werden, die Nationalismen in der heutigen Welt nährt".

Schewtschuk sieht in den Ideen Johannes Pauls II. auch einen Schlüssel zur Bewältigung der gegenwärtigen Krisen Europas. Der Papst habe stets den Menschen in den Mittelpunkt gestellt und vor den Folgen einer Gesellschaft gewarnt, die sich von ihren geistigen und moralischen Grundlagen löse. Ohne Humanität gebe es keine echte Demokratie, ohne Werte keine echte Freiheit, betonte er.

Sieg soll nach Niederlage schmecken

Mit Blick auf die Zukunft warnte das Oberhaupt der UGKK ferner davor, dass Russland auch nach einem Ende des Krieges versuchen werde, die ukrainische Gesellschaft zu spalten und sie "den Sieg als Niederlage wahrnehmen zu lassen". Umso wichtiger sei es, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken und die Wunden des Krieges zu heilen.

Die Herausforderungen der Zukunft lägen nicht nur im Wiederaufbau zerstörter Städte und Dörfer, sondern vor allem in der Wiederherstellung des Vertrauens zwischen Menschen und Nationen. "Es ist viel leichter, ein Haus wieder aufzubauen, als die menschliche Seele und das vom Krieg verwundete Herz zu heilen", bemerkte der Großerzbischof.
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen