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Caritas: Klimakrise trifft in Pakistan Ärmste besonders hart

26.06.2026 08:00
Österreich/Pakistan/Hilfsorganisation/Umwelt/Soziales/Armut/Entwicklungshilfe
Reportage in St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" zeigt Folgen für Bevölkerung vor Ort - Bildung als Hoffnungsweg aus der Armut
St. Pölten/Islamabad, 26.06.2026 (KAP) Die Klimakrise entwickelt sich in Pakistan zunehmend zu einer existenziellen Bedrohung für Millionen Menschen. Obwohl das Land weniger als ein Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verursacht, zählen seine Bevölkerung und insbesondere die ärmsten Regionen zu den weltweit am stärksten Betroffenen. Darauf wiesen der Generalsekretär der Caritas der Diözese St. Pölten, Christoph Riedl, und Pakistan-Experte Andreas Zinggl laut Kirchenzeitung "Kirche bunt" (aktuelle Ausgabe; Freitag) im Rahmen einer Pressereise in das südasiatische Land hin.

"Pakistan ist längst ein Land, in dem der Klimawandel tägliche Realität ist", so die Einschätzung der Hilfsorganisation. Temperaturen von über 50 Grad Celsius, zerstörerische Monsunfluten, sinkende Grundwasserspiegel und massive Ernteausfälle gefährdeten die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. Die Klimakrise erlebte die Bevölkerung "nicht als Zukunftsproblem, sondern als Überlebensfrage im Hier und Jetzt", so Riedl und Zinggl.

Konkrete Auswirkungen beschrieben die beiden Caritas-Vertreter anhand der Situation im ländlichen Raum nahe Hyderabad, wo das Caritas-Programm SAFBIN Kleinbauernfamilien beim Umgang mit den Folgen der Klimaveränderungen unterstützt. Die Ernten werden kleiner, das Wasser wird knapper und die Sommer kommen immer früher, berichten Betroffene. Zugleich zerstören extreme Monsunregen regelmäßig Häuser, Felder und Infrastruktur. Der Monsun sei "Fluch und Segen" zugleich, heißt es in dem Bericht.

Das von der Caritas unterstützte Projekt setzt auf nachhaltige Anpassungsmaßnahmen wie wassersparende Bewässerungssysteme, resistente Saatgutsorten, Kompostierung und biologische Schädlingsbekämpfung. Es ermöglicht Menschen, "ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und neue Perspektiven zu entwickeln", so "Kirche bunt". Entscheidend sei dabei die aktive Einbindung der Bauernfamilien.

Auch in der Millionenmetropole Karatschi zeigt sich die soziale Dimension der Krise. Dort engagiert sich unter anderem das Marie Adelaide Leprosy Centre (MALC), das ursprünglich von der 2017 verstorbenen deutschen Ordensfrau Ruth Pfau mitgeprägt wurde. Neben der Bekämpfung von Lepra stehen heute Tuberkulose, Blindheit und Impfprogramme im Mittelpunkt. Besonders wichtig sei Bildung, so die Verantwortlichen: Bildung sei "der Schlüssel zu Entwicklung und zum Ausbruch aus der Armut".

In den Armenvierteln betreibt MALC mehrere Schulen für rund 1.200 Kinder aus benachteiligten Familien. Zusätzlich werden Gesundheits- und Ernährungsprogramme für Mütter und Kleinkinder angeboten. Die hier tätige Ärztin Isabel Fernandes beschreibt die Situation so: "Wenn Kinder unter fünf Jahren geschwächt sind, wirkt sich das ihr ganzes Leben auf ihr Immunsystem aus." Erfreulich sei, dass die Kindersterblichkeit zuletzt stark zurückgegangen sei und die Lebenserwartung steige.

(Infos: https://caritas-stpoelkten.at/pakistan, Caritas-Spendenkonto: IBAN AT28 3258 5000 0007 6000, Kennwort: Pakistan)
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